Vereinfachung oder Sparmaßnahme? 14.06.2019, 11:01 Uhr

Zalando: Retouren-Abwicklung wird an Drittanbieter ausgelagert

Zalando will die Prozesse im Logistikzentrum vereinfachen. Dazu will der Online-Händler Retouren seiner Kunden nicht mehr selbst in Empfang nehmen, sondern an spezialisierte Dienstleister auslagern. Intern gilt die Ausgliederung als Sparmaßnahme.
(Quelle: shutterstock.com/Pieter Beens)
Der Online-Modehändler Zalando will künftig die Retouren seiner Kunden nicht mehr selbst in Empfang nehmen. Abwicklung und Aufbereitung der Rücksendungen sollen an den Logistikstandorten Erfurt, Lahr und Mönchengladbach von spezialisierten Drittanbietern übernommen werden, berichtete die "Wirtschaftswoche" ("Wiwo").
Dem Blatt zufolge begründet Zalando den Schritt offiziell mit einer Vereinfachung der Prozesse im Logistikzentrum. Intern gelte die Ausgliederung aber als Sparmaßnahme, so die "Wiwo". Betroffen seien laut einer Sprecherin insgesamt 570 unbefristet beschäftigte Mitarbeiter, die nun schrittweise anderen Abteilungen zugeteilt werden sollen. Retouren zählten zu den größten Kostentreibern bei Zalando, rund die Hälfte aller bestellten Artikel wird laut Branchenexperten von den Kunden wieder zurückgeschickt.

Nur sehr geringer Teil wird vernichtet

Auch Zalando bestätigt diese Zahl auf Anfrage. Rund 97 Prozent der Retouren werden über den Zalando-Shop wieder verkauft, teilte eine Sprecherin mit. Der große Teil des Rests werde über andere eigene Plattformen oder in den Outlets vertrieben. Rund 0,05 Prozent der zurückgesendeten Stücke werden vernichtet, "wenn dies aus gesundheitlichen Gründen wie etwa bei Schädlingsbefall, Schadstoffbelastung oder ähnlichem notwendig ist."
Umweltministerin Svenja Schulze hatte vor wenigen Tagen neuen Schwung in die Diskussion rund um die Vernichtung von neuwertiger zurückgeschickter Ware gebracht: Noch im Juni will die SPD-Politikerin ein Gesetz vorschlagen, um diese Praxis zu beschränken.



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