Bitkom-Umfrage 08.01.2020, 13:32 Uhr

Cyber-Kriminalität: Zahl der Betroffenen nimmt zu

Einer Bitkom-Umfrage zufolge wurde 2019 mehr als jeder zweite Onliner Opfer von kriminellen Vorfällen im Internet - ein Anstieg von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr.
(Quelle: shutterstock.com/Alexander Geiger)
Wer im Internet unterwegs ist, gerät zunehmend ins Fadenkreuz von Cyber-Kriminellen: Mehr als jeder zweite Onliner (55 Prozent) war mittlerweile im vergangenen Jahr Opfer von kriminellen Vorfällen im Web - ein Anstieg von 5 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr (2018: 50 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 1.000 Internet-Nutzern in Deutschland.
Am häufigsten klagen die Betroffenen über Schadprogramme auf dem Smartphone oder dem Computer; fast die Hälfte (46 Prozent) gab dies an. Von jedem Vierten (26 Prozent) wurden persönliche Daten ungefragt an Dritte weitergegeben. Und nahezu jeder Fünfte (19 Prozent) gibt an, beim privaten Einkaufen oder bei Verkaufsgeschäften im Internet betrogen worden zu sein.

Zugangsdaten ausspioniert

Von 15 Prozent der Internet-Nutzer wiederum wurden im vergangenen Jahr Zugangsdaten zu einem Online-Dienst ausspioniert, etwa zu sozialen Netzwerken oder Online-Shops. Etwa jeder Achte (12 Prozent) sagt, beim Online-Banking betrogen worden zu sein oder dass Kontodaten missbraucht wurden.
"Jedes Jahr nutzen mehr Internet-Nutzer eine steigende Zahl von Online-Diensten. Das vergrößert auch die Angriffsfläche für Cyber-Kriminelle und setzt Anreize für täglich neue Schadprogramme", sagt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung.
Doch nicht immer geht es bei Cyber-Verbrechen um Diebstahl oder Betrug. Jeder Elfte (9 Prozent) sagt, dass er im Internet schon einmal verbal massiv angegriffen oder beleidigt wurde. Über sexuelle Belästigung im digitalen Raum klagen 8 Prozent. Bei 5 Prozent der Onliner haben sich andere Personen der eigenen digitalen Identität bemächtigt, bei genauso vielen wurden unerwünscht Mails im eigenen Namen versendet. Und bei 2 Prozent wurde der Computer oder das Smartphone mit Ransomware infiziert, wodurch die Daten verschlüsselt und erst nach Zahlung eines Lösegelds wieder freigegeben wurden.



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