04.08.2009, 09:35 Uhr

"Agenturen nehmen ihre Kunden aus"

Georg Röben, Marketingleiter bei Jochen Schweizer, glaubt nicht an eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Werbetreibenden und Onlinemarketingagenturen. Im Interview mit internetworld.de nennt er seine Gründe.
"Agenturen nehmen ihre Kunden aus"
Ihre These ist: Onlinemarketing-Agenturen funktionieren nicht. Warum nicht?
Georg Röben: Da gibt es einen nicht auflösbaren Zielkonflikt: Die Agentur will in erster Linie ihr Geld mehren und nicht das des Kunden. Wenn Sie die Agentur prozentual am SEM-Umsatz beteiligen, bucht sie Ihnen die teuren Begriffe mit viel Suchvolumen. Wenn Sie sie pro Bestellung bezahlen, sattelt sie auf den Long Tail um, da sie die weniger oft gesuchten Begriffe günstig einkaufen kann. Dazu kommt, dass Agenturen gerade im Onlinemarketing einfach zu viele Möglichkeiten haben, den Kunden auszunehmen wie ein Suppenhuhn.
Welche?
Röben: Das kann über Provisionen laufen, so genannte Kickbacks, aber auch über Einmalzahlungen, die nicht offiziell auftauchen. Um eine Agentur zu kontrollieren, brauche ich so viel Wissen - wenn ich das habe, kann ich es gleich günstiger selbst machen. Und das muss ich dann auch, denn wenn ich meine Agentur kontrolliere, verliert diese die Lust, für mich zu arbeiten. Agenturen lieben dumme Kunden.
Es geht also ums Geld?
Röben: Nicht nur. Das Hauptproblem, wenn ich Marketing an eine Agentur abgebe, ist das Know-how, das ich dabei verliere. Das Wissen, das ich aus den durch meine Kampagnen gewonnenen Daten generieren kann, entscheidet über den Erfolg meines Unternehmens.
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