Fachkräftemangel: Software-Entwickler dringend gesucht

Hürden für Quereinsteiger

Früher galt die IT als interessantes Berufsfeld für Quereinsteiger. Doch die Zeiten haben sich geändert. Software-Projekte werden vielschichtiger, weshalb auch die Ansprüche an das Rüstzeug heutiger Bewerber steigt.
Aufgrund der hohen Anforderungen an die Software-Projekte beschäftigt beispielsweise der Schweizer IT-Dienstleister Ergon Informatik im Bereich Software-Entwicklung keine Quereinsteiger. "Wir bauen anspruchsvolle Software für komplexe Geschäftsprozesse und benötigen dafür gut ausgebildete Engineers", erklärt Gabriela Keller, CEO des Software-Herstellers.
Aus diesem Grund sucht man vorrangig nach Hochschul­ab­gängern mit Abschluss in Informatik. Für Security Engineers seien zudem Zertifikate von Vorteil wie das Certified Information Systems Security Professional (CISSP), ein international anerkannter Weiterbildungsstandard auf dem Gebiet Informationssicherheit.
"Neben der fachlichen Kompetenz ist für uns auch das persönliche Engagement sehr wichtig. Soft Skills, auf die wir Wert legen und die zu unserer Firmenkultur gehören, sind unter anderem proaktives Vorgehen, Team-Player-Verhalten, Bodenständigkeit und Hilfsbereitschaft", betont Keller.
Ihr Unternehmen setzt neben klassischen Inseraten auf der firmeneigenen Webseite auf Jobbörsen und Karrieremessen sowie Kontaktmöglichkeiten an den Hochschulen. Bei Spezialprofilen greife man bei Bedarf auf externe Personalvermittler zurück. Hinzu komme die klassische Mund-zu-Ohr-Propaganda. "Oft vermitteln uns unsere Mitarbeiter Experten aus ihrem Bekanntenkreis", ergänzt Keller.
Bei Zühlke wiederum können sich Quereinsteiger durchaus mit Hoffnung auf Erfolg bewerben - sofern sie Erfahrung in dem vom Unternehmen gewünschten Profil mitbringen. So arbeiten etwa Physiker bei Zühlke, wobei diese bereits viel mathematisches, statistisches und informationstechnisches Verständnis für die Software-Entwicklung mitbringen, wie Ueli Kleeb einräumt.
Kleeb setzt zudem auf die nächste Generation von Spezialisten: Lernende, die in den ITK-Berufen ihre Zukunft sehen. Der Zühlke-Manager betont die Wichtigkeit eines dualen Ausbildungssystems, denn dieses fördere die akademische und praktische Art der Ingenieurskunst. "Lösungen entstehen schneller durch Diversität", sagt Kleeb. Die Lehre brauche daher wieder mehr Wertschätzung. "Das Wissen, dass unser duales System sehr viele Karrierewege ermöglicht, ist etwas ver­loren gegangen."



Das könnte Sie auch interessieren