Medienberichte 12.03.2018, 08:57 Uhr

Intel erwägt Broadcom-Übernahme

Offenbar will sich jetzt auch Intel in die Übernahmeschlacht rund um Broadcom und Qualcomm einmischen. Wie das Wall Street Journal berichtet, erwägt der US-Chip-Riese eine Broadcom-Übernahme.
(Quelle: Egorov_Artem / Shutterstock.com)
Der US-Chip-Riese Intel könnte sich einem Medienbericht zufolge in den erbitterten Übernahmekampf zwischen Broadcom und Qualcomm einmischen. Der Branchenführer denke über ein Gebot für Broadcom nach, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Es gebe derzeit aber keine Übernahmegespräche und ein Gebot sei auch nicht das wahrscheinlichste Ereignis. Dennoch sprang der Broadcom-Kurs am Freitag im nachbörslichen Handel um fast zehn Prozent hoch.

Der in Singapur ansässige Chip-Konzern Broadcom versucht zur Zeit, den US-Rivalen Qualcomm zu übernehmen. Dabei stößt er allerdings auf Widerstand sowohl vom Objekt der Begierde als auch von der US-Regierung. Die amerikanische Behörde CFIUS, die ausländische Investitionen in die USA kontrolliert, hatte den Aufschub der möglicherweise entscheidenden Hauptversammlung bei Broadcoms Übernahmeziel Qualcomm um 30 Tage gefordert. Bei dem ursprünglich für vergangenen Dienstag geplanten Aktionärstreffen strebt Broadcom die Mehrheit im Qualcomm-Verwaltungsrat an. Die Hauptversammlung ist nun für den 5. April angesetzt.

Intel beobachte die Entwicklung sehr genau, berichtete die Zeitung. Bei einem Erfolg der Übernahmebemühungen sehe sich der Branchenführer im Wettbewerb bedroht. Sollte sich ein Erfolg von Broadcom abzeichnen, könnte Intel mit einem Übernahmeangebot kontern.

Übernahmeschlacht in der Halbleiterbranche

Broadcom hatte für Qualcomm in der Spitze 121 Milliarden Dollar geboten, plus die Übernahme von Schulden in Höhe von 25 Milliarden Dollar. Qualcomm wiederum will den Chip-Spezialisten NXP kaufen und erhöhte zuletzt hierfür sein Angebot. Daraufhin zog Broadcom kurzerhand vier Milliarden Dollar von der Qualcomm-Bewertung ab, da Geld an fremde Aktionäre abfließen solle. Auch so wäre es noch die mit Abstand größte Übernahme in der Technologie-Industrie.



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