Best of Munich prämiert 20.05.2014, 08:28 Uhr

Münchens bestes Start-up

Wer an Start-ups in Deutschland denkt, denkt zuerst an Berlin. Die Initiative "Best of Munich" möchte das ändern - und hat deshalb gestern die zukunftsträchtigste Neugründung prämiert.
(Quelle: Shutterstock.com/ Petrovic Igor)
Nicht nur die Hauptstadt, auch der Süden Deutschlands hat jungen Unternehmen einiges zu bieten. Darauf möchte die Initiative "Best of Munich" aufmerksam machen. "Das Potenzial von München wird in der Außenwahrnehmung nicht adäquat wahrgenommen. Das wollen wir ändern", sagt Stefan Lemper, Leiter des Scout24-Inkubators "You is Now" und Mitorganisator von "Best of Munich". Die bayerische Landeshauptstadt habe nicht nur die meisten IT-Gründer pro Einwohner, sondern auch die höchste Start-up-Überlebensrate.
Münchner Gründerinstitutionen konnten für "Best of Munich" bis zu drei Kandidaten ins Rennen schicken, zusätzlich durften sich drei weitere Start-ups bewerben. Zehn Teilnehmer haben sich für das Finale am  19. Mai 2014 qualifiziert. Überzeugt hat die Jury schließlich "NaVVis", das eine Kartierungs-, Positionierungs- und Navigationstechnologie entwickelt hat. Das Unternehmen ist 2013 als Ausgründung der Technischen Universität München (TUM) hervorgegangen und ermöglicht mit einem Kartierungstrolley die Erstellung von 3D-Karten. Diese können beispielsweise für virtuelle Museums- oder Messerundgänge eingesetzt werden.

Freuen sich über den ersten Platz: Felix Reinshagen und Georg Schroth von NaVVis.
Quelle: Best of Munich
Den zweiten Platz teilen sich "Magazino", ein Hersteller von Lager- und Kommissionierautomaten, und der Fernbusanbieter "Flixbus". Während "Magazino" die Logistikmitarbeiter bei E-Commerce-Unternehmen durch Roboter ersetzen will, macht sich "Flixbus" die Liberalisierung des Fernbusmarkts zunutze. Mit einem bundesweiten Fernbusnetz und einem Online-Ticket-System haben sich die Gründer jetzt zum Ziel gesetzt, Marktführer in Deutschland zu werden. Ein dritter Preis wurde nicht vergeben.
Die zehn Kandidaten hatten jeweils fünf Minuten Zeit, die Jury von ihrem Geschäftsmodell zu überzeugen. Diese bestand aus Gabriele Böhmer (Landeshauptstadt München), Alexander von Frankenberg (High-Tech Gründerfonds), Berthold von Freyberg (Target Partners), Christoph Jung (Holtzbrink Ventures) und Birgit Ströbel (Immobilienscout24). Die Initiative von Grandvivo und You is Now will nun gemeinsam mit dem Sponsor KPMG an der Vernetzung und dem Wachstum der Münchner Start-up-Szene arbeiten.
Ins Finale haben es auch diese Start-ups geschafft:
  • Pylba: Das 2012 gegründete Unternehmen hat eine sogenannte Natural Language Technologie entwickelt, die Artikel sammelt und sprachlich analysiert. Ziel ist es kompakte Nachrichten auf Smartphones und Tablets bereitzustellen.
  • Limata: Das 2010 gegründete Unternehmen hat sich auf die Direktbelichtung von Leiterplatten, Ätzteilen und Sieben spezialisiert. Der maskenlose Belichtungsprozess soll eine schnelle Auftragsbearbeitung und damit verbesserte Lieferzeiten ermöglichen.
  • Eyeglass24: 2012 gegründet, bietet die Online-Wiederverglasung von Brillen an. Das Start-up hat sich auf die Fahnen geschrieben, deutlich billiger als Optiker vor Ort zu sein.
  • Gini: Das High-Tech Start-up will Schluss mit "nervigem Papierkram" machen. Mit seiner digitalen Technologie verspricht es die sekundenschnelle Erledigung privater Geschäftsprozesse, wie etwa Überweisungen oder die Steuererklärung.
  • Parknav: Die App will Autofahrern die Suche nach Parkplätzen erleichtern. Anhand von gesammelten Daten sagt sie Nutzern voraus, welche Parkplätze frei sind und bietet ihnen eine Navigation zum gewünschten Ziel.
  • StoryHome: Das Start-up hat ein kleines und einfach zu bedienendes Gerät entwickelt, mit dem Großeltern ihren Enkeln Gutenacht-Geschichten erzählen sollen. Hat der Erzähler seine Geschichte aufgenommen, wird sie automatisch an das Gerät des Empfängers geschickt.
  • Leaf: Das junge Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, die Welt vom immer größer werdenden Berg aus Plastikmüll zu befreien. Es produziert Lebensmittel-Verpackungen aus Blättern, die in Indien gesammelt werden, und sich innerhalb von drei Monaten biologisch abbauen.

Nicht nur in den USA und Europa, auch in Afrika, Asien und Lateinamerika haben sich dynamische Innovationszentren für Start-ups gebildet. Welche Rolle diese auf den verschiedenen Kontinenten spielen, war Thema auf der Digital-Messe re:publica in Berlin.

Wenigstens drei Dutzend Start-ups weltweit werden derzeit von Venture-Kapital-Firmen mit einer Milliarde US-Dollar oder mehr bewertet. INTERNET WORLD Business zeigt die derzeit wertvollsten.




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