Start-up vorgestellt 13.02.2017, 08:05 Uhr

CDE: Shopabläufe sichtbar machen

Die Creative Data Engineers (CDE) aus Karlsruhe helfen Site-Betreibern und Händlern bei der Auswertung von Big Data - und entwickeln technische Lösungen für mehr Service und Geschäft.
(Quelle: shutterstock.com/SunnyStudio)
Im Katalog, beim Check-Out, Versand und Marketing: Bei jedem Schritt in elektronischen Systemen fallen Daten an - und zunehmend werden diese bewusst gesammelt: "Die meisten Händler haben eine Software zur Analyse ihrer Daten im Einsatz, es fehlt aber oft an Ressourcen oder auch am Know-how, um die Daten zu interpretieren", beobachtet Balázs Turán. "Da herrscht ein Mangel am Markt."
Der E-Commerce-Berater will diese Lücke schließen. Zusammen mit dem Datenspezialist Peter Stahl gründete Turán nach einem knappen halben Jahr Vorbereitung im Dezember 2016 das Start-up Creatives Data Engineers (CDE) - eine Beratung und Service-Agentur, die Händlern und Publishern beim Umgang mit Analyse-Software wie Webtrekk, Econda oder der Adobe Marketingsuite hilft, unterschiedliche Informationsströme zusammenführt und Daten visualisiert.
Außerdem entwickeln die Karlsruher technische Lösungen für die erkennbaren Prozessbremsen und Serviceprobleme. "Wir sehen uns als Ingenieure", meint Turán, "also als Spezialisten, die Probleme aufdecken und kreative Lösungen entwickeln."

Die Visualisierung von Tausenden und Millionen Daten

Herzensangelegenheit der beiden Gründer, die sich bei Econda, einem Anbieter einer Webanalyse-Software, kennenlernten, ist und bleibt die Analyse, vor allem die Visualisierung von Tausenden und Millionen Daten aus unterschiedlichen Quellen. Diese führen sie in einem eigenen Tool zusammen, zur Visualisierung hat sich das Gründerduo aus Karlsruhe ein übersichtliches 3-D-Modell einfallen lassen, das wie eine stilisierte Fabrik aussieht.
Shopdaten zum Anschauen: Die 3-D-Bilder von Creative Data Engineers ergeben einen Film, der die verschiedenen Abläufe zum Beipsiel in einem Shop zeigen. Hier verweisen die orangefarbenen Boxen den Kaufprozess, außerdem sind Marketingkanäle und der Versand dargestellt. Die kleinen weißen Kugeln symbolisieren Kunden oder Käufe, die sich in den einzelnen Kaufphasen befinden.
(Quelle: Creative Date Engineers)
In Echtzeit und auf einen Blick sehen Nutzer darin, in welcher Kaufphase sich beispielsweise Kunden befinden, ob es im Warenkatalog oder beim Versand klemmt, wo Ware nachbestellt werden sollte oder wie Posts bei Facebook und in anderen Marketingkanälen ankommen.
Die räumlichen Bilder können auch zu Filmen zusammengesetzt werden, um Abläufe besser zu kontrollieren. Im Bild oben sind beispielsweise Kaufprozess, Versand und ein Teil der genutzten Marketingkanäle zu sehen.
Die orangefarbenen Boxen symbolisieren etwa die einzelnen Schritte bis zur Kaufentscheidung, die kleinen weißen Kugeln wiederum Kunden oder Bestellungen. "Eine solche Visualisierung gibt es noch nicht", ist sich Turán sicher. "Unsere Visualisierung stößt den Händler oder Publisher darauf, wo er eingreifen muss."
Datenspezialisten wie Celesio, Cluvio oder Periscope Data stellen Prozesse meist noch in Torten- und Balkengrafiken oder Kurvencharts dar oder entwickeln Dashboards, die grafisch Trends aufzeigen. Doch viele Anwender können mit diesen eher abstrakten Bildern wenig anfangen und wissen oft nicht, wie sie zu interpretieren sind.

Ein Bot für mehr Service

Wenige Wochen nach dem Start haben die Creative Data Engineers mehrere Handelsunternehmen von ihren Diensten überzeugt. Sie helfen ihnen bei der Auswertung ihrer Datenmengen und beraten sie bei der Optimierung von Shops und Webseiten. Für Probleme entwickeln die Creatives Data Engineers technische Lösungen. Eine erste ist beispielsweise Hallobot - ein Chatbot für Händler, der über den Facebook Messenger oder im Shop aufgerufen werden kann und Kunden bei der Auswahl hilft. Als Referenz dient Botcap.de, der elektronische Assistent sortiert im Mützenshop das Sortiment nach Farben, Qualitäten und anderen Vorlieben und begleitet Kunden bis zum Bestellformular.
"Die Kundenkommunikation verändert sich, wiederkehrende Fragen können auch Maschinen oder Bots beantworten", erklärt Turán. "Dafür öffnen sich in den Messenger-Diensten neue Kanäle, auf denen Händler ihre Kunden direkt antreffen treffen." Neben Facebook bieten auch Whatsapp, Wechat oder Snapchat Messenger, auf deren Basis elektronische Assistenzsysteme entwickelt werden können. Hallobot könnte auch zur Entlastung von Kundenservice oder als Begleiter im Checkout programmiert werden, wo immer noch 30 Prozent der Kunden scheitern.
Creative Data Engineers ist selbstfinanziert, die Gründer erzielen erste Umsätze aus Beraterhonoraren und aus der Vergabe von Lizenzen für Software und Assistenzsysteme.



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