Potenziale und Grenzen 17.07.2019, 15:32 Uhr

So nützt KI auch dem Marketing

KI kann Marketer dabei unterstützen, Kampagnen spezifisch auf die Bedürfnisse einer Kultur oder auch den aktuellen Aufenthaltsort einer Person anzupassen. Am Flughafen etwa sind andere Werbemaßnahmen erforderlich als in der Stadt.
(Quelle: shutterstock.com/Zapp2Photo)
Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Welt um uns herum. Auch Marketer sind längst auf die Technologie aufmerksam geworden. Verschiedene Experten haben auf dem 45. Münchener Marketing-Symposium an der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) dazu ihre Einschätzung dargelegt.
Eine Marketing-Maßnahme müsse sich stets an die örtlichen Begebenheiten anpassen, so Alexander Schlaubitz, Vice President Marketing bei der Deutschen Lufthansa AG. Am Flughafen etwa sollte nicht dieselbe Werbung platziert sein, wie auf Plakaten in der Stadt. Das funktioniere einfach nicht, so Schlaubitz.
Alexander Schlaubitz: Vice President Marketing bei der Deutschen Lufthansa AG
Quelle: LMU München
Am Flughafen kommt zudem die Besonderheit hinzu, dass Menschen aus aller Herren Länder eintreffen und nicht jede Kampagne, jeder Spot oder jedes Plakat bei allen Kulturen gleich gut ankommt. Asiaten etwa reagieren völlig anders auf eine Anzeige als Menschen aus dem europäischen Raum.
Die KI kann nun dabei helfen, bereits vor dem Start einer Kampagne abzuwägen, wie gut diese bei einer bestimmten Zielgruppe in einem spezifischen Kulturkreis ankommt. Die Kür ist es jedoch, Marketing so zu gestalten, dass die jeweiligen Maßnahmen global angewendet werden können. Das minimiert einerseits den Aufwand, andererseits die Kosten.

Schwache KI

Aber auch, wenn KI bereits zu hervorragenden Prognosen in der Lage ist oder gar Trends vorhersagen kann und das Potenzial der Technologie unbegrenzt scheint. Aktuell verfügen wir nur über "schwache KI". Also Systeme, die ausschließlich durch Trainingsdaten und schlussendlich Algorithmen bedient werden. Der Wunschtraum einer selbstständig denkenden und handelnden "starken KI" entspricht (noch) nicht der Realität, so Prof. Dr. Thomas Hess vom Institut für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien an der LMU. KI dient momentan vor allem dazu, den Menschen bei seiner Arbeit zu unterstützen. Egal ob im privaten Bereich oder im Voice Commerce, bei Trendvorhersagen oder in der Industrie.
Prof. Dr. Thomas Hess: Institut für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien an der LMU München
Quelle: LMU München
Aber Angst davor, dass die Maschine dem Menschen die Jobs streitig macht, brauche man derzeit nicht zu haben, sagt auch Bernd Blumoser, Innovation Head of AI Lab bei Siemens. Das Research Institut McKinsey habe jüngst eine Studie veröffentlicht, wonach aktuell lediglich 5 Prozent der Jobs von Maschinen übernommen werden können. Allerdings könnten weitere 50 Prozent von einer Unterstützung durch KI profitieren.

Grenzen und negative Seite der KI

Bei all den Vorteilen der KI müssen jedoch auch immer deren Grenzen beziehungsweise negative Seiten berücksichtigt werden. Nicht nur der Energiebedarf steigt durch den Einsatz der Maschinen maßgeblich. Auch die daraus resultierende Menge an ausgestoßenem CO2 sei bemerkenswert. Allein für das Training des Übersetzungsprogramms Google Translate seien rund 284 Tonnen Kohlenstoffdioxid produziert worden, so Prof. Dr. Anton Meyer vom Institut für Marketing und Vorstand FGM e. V. an der LMU.
Prof. Dr. Anton Meyer: Institut für Marketing und Vorstand FGM e.V. an der LMU
Quelle: LMU München
Trotz dieser teilweise negativen Konsequenzen, die aus der KI resultieren, sind sich die Redner einig: KI ist längst kein Trend mehr, sondern inzwischen ein wichtiger Bestandteil in annähernd allen Branche. Demonstriert wurde dies den rund 400 Teilnehmern des Marketing-Symposiums auch anhand unzähliger Beispiele aus der Industrie, vorgestellt von namhaften Vertretern großer Unternehmen.



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