Trend bei Shopsystemen: Mehr "kopflose" Commerce-Software

Shopware-Release 6 wird ebenfalls kopflos

Der Shopsoftware-Hersteller Shopware setzt mit seinem neuen Release 6 ebenfalls auf den modernen Headless-Ansatz und trennt die Backend-Funktionalitäten vom Shop-Frontend. Auf dem "Shopware Community Day" hat das Unternehmen die Version "Shopware 6" vorgestellt. Diese folgt erstmals dem API-first-Ansatz: Für alle Bereiche des Shops steht eine API bereit, über die Drittsysteme angeschlossen werden können. Auf diese Weise sollen die unterschiedlichsten Verkaufskanäle wie Online- und Mobile Shops, stationäre Läden und Social-Media-Shopping-Funktionen angebunden werden können.
Der API-first-Ansatz soll Shopware auch für künftige Kanäle wie Voice Commerce und das Internet der Dinge fit machen. Shopware 6 soll künftig als zentrales System fungieren: "In Zukunft wird es keine große Rolle mehr spielen, wo der Touchpoint mit dem Kunden stattfindet. Alle Kanäle müssen zentral über ein Shopsystem abgebildet werden, und das leistet Shopware 6", so Shopware-Vorstand ­Stefan Hamann.

Komplett neuer Technologie-Kern

Um diesen Schritt vollziehen zu können, hat das Unternehmen in drei Jahren Entwicklungszeit einen komplett neuen Technologiekern entwickelt. Basis sind Open-Source-Technologien wie das PHP-Framwork Symfony, das Javascript-Framework Vue.js, das Storefront-Framework Bootstrap und die Template-Engine Twig. Die neue Version steht ab sofort als Developer Preview zum Testen auf Github bereit, im Juli geht die "Early Access"-Version an den Start. Bis Dezember sollen die ersten Verbesserungen und Erweiterungen in die Version 6.1. einfließen.

Mit Shopware 6  Sales Channels verwalten

Als neue Funktion bringt Shopware 6 ­sogenannte Sales Channels, eine Verwaltungsstruktur und Funktionalitäten für unterschiedliche Verkaufskanäle, mit. Angelegt sind bisher Online-Shop, Mobile-Shops, Marktplätze, Point-of-Sale (PoS), Facebook und Instagram. Laut Hamann arbeitet Shopware derzeit an der Anbindung der Marktplätze Ebay und Amazon. 
Ebenfalls neu ist der sogenannte "Rule Builder". Über ihn lassen sich unterschiedliche Regeln anlegen und miteinander verknüpfen, etwa Rabatte nach Wochentagen oder Versandkosten nach Kundenart. So kann der Händler beispielsweise festlegen, dass ein Kunde, der via Instagram kauft, auf ein bestimmtes Produkt 20 Prozent Rabatt erhält. Oder dass ein Kunde, der Produkt A gekauft hat, beim nächsten ­Besuch eine passende Content-Seite, zum Beispiel "Geheimrezepte für Produkt A", angezeigt bekommt. Ziel ist eine Individualisierung und Personalisierung des Verkaufs, ohne dass Programmierkentnisse nötig sind. Auch für den Verkauf ins Ausland können Regeln eingesetzt werden, ­indem beispielsweise bestimmte Produkte ausschließlich in einer bestimmten Sprache oder mit bestimmten Zusatzinformationen zu Lieferkosten oder Zöllen angezeigt werden.

SaaS-Version und neue Assistenten

Außerdem wurden mit der neuen Ver­sion die mit "Shopware 5" eingeführten "Erlebniswelten" weiter ausgebaut. So lässt sich jetzt über eine Vielzahl von Standardvorlagen Content nahezu überall im Shop, also auch in Produktdetailseiten, in Blogs, Social-Media-Feeds oder in Landing ­Pages, einbinden. Verbessert wurde auch die ­Administrationsoberfläche, indem eine neue, farblich markierte Hauptnavigation und eine stets verfügbare Suche eingeführt wurden. Diverse Assistenten wie etwa der "Varianten-Assistent" sollen den Händler beim Pflegen und Verwalten der Daten und Verkaufsprozesse unterstützen.
Veränderungen gibt es auch beim Vertriebsmodell: War die Lösung bisher ausschließlich als On-Premise-Version verfügbar, wird es Shopware 6 ab 2020 auch in einer Cloud-basierten Software-as-a-Service-Lösung (SaaS) geben - zunächst als Einsteigerprodukt für den schnellen Start. Ein späterer Wechsel in die On-Premise-Lösung soll Hamann zufolge ebenso flexibel möglich sein wie der Wechsel zwischen den drei bekannten Versionen "Community", "Professional" und "Enterprise".

Support-Garantie für Shopware 5

Für die bestehende Shopsystem-Ver­sion "Shopware 5" gewährt das Unternehmen eine fünfjährige Update- und Support-Garantie. "Wir zwingen niemanden zum Wechsel", betont Hamann. Für einen schrittweisen Übergang steht zeitgleich das neue Release Shopware 5.6 bereit. Ein "Migrations-Assistent" und ein "Migrations-Team" unterstützen Händler, die auf Version 6 umsteigen möchten.



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