Internet World Glossar 23.05.2019, 10:23 Uhr

Online-Bezahlmodelle: Die 5 wichtigsten Konzepte

Paid Content ist kein Zukunftstrend mehr, sondern längst im Publisher-Alltag angekommen. Verlage müssen Online-Bezahlmodelle etablieren, um sinkende Werbeerlöse ausgleichen zu können und wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir nennen die fünf wichtigsten Konzepte.
(Quelle: shutterstock.com/lukpedclub )
Unter den Begriff Paid Content fallen alle kostenpflichtigen Angebote im Internet. Dazu zählen nicht nur Nachrichtenartikel, sondern auch Downloads, Streams von Musik oder Filmen sowie von E-Books und Apps.
Besonders im Fokus sind schon seit Längerem Online-Bezahlmodelle bei Publishern. Diese entscheiden über die Zukunft der Verlage, da hier branchenübergreifend Print-Vertriebserlöse und Werbeeinnahmen wegbrechen. Wir stellen die fünf wichtigsten Paid-Content-Konzepte für Publisher vor.

1. Harte Bezahlschranke

Hier können zahlende Abonnenten das Online-Angebot der Zeitung nutzen, für alle anderen ist es nicht zugänglich. Beim Handelsblatt beispielsweise sind nur noch eine Handvoll Artikel kostenlos, die meisten Artikel, Infografiken und Recherche-Tools sind nur noch für zahlende Premium-Kunden zugänglich. Abgerechnet wird im Einzelverkauf oder als Abo.

2. Freemium

Bei diesem Modell sind nur die Inhalte bezahlpflichtig, die aus Sicht des Publishers exklusiv beziehungsweise sehr nutzwertig sind (Beispiele: Bild, Die Welt). Hier gibt es dann Tagespässe oder Abos.

3. Metered Modell

Hier hat der Nutzer kostenlosen Zugriff auf eine bestimmte Anzahl eigentlich kostenpflichtiger Inhalte. Ist dieses Kontingent erschöpft, wird er meistens zur kostenfreien Registrierung aufgerufen, die wieder ein zusätzliches Freikontingent beinhaltet. Erst wenn der Nutzer auch die Anzahl dieser erlaubten Abrufe überschreitet, wird er aufgefordert für ein Abonnement zu zahlen (Beispiel: Main-Post).
Werden das "Freemium"- und das "Metered"-Modell kombiniert, spricht man von einem "Hybrid-Modell" (Beispiel: Die Zeit).

4. Freiwilliges Spenden-Modell

Selbsterklärend ist das Spenden-Modell. Hier kann der Nutzer selbst entscheiden, ob und in welcher Höhe er für die Inhalte bezahlen möchte. Abgerechnet wird dann pro Einzelverkauf. (Beispiel: Taz)

5. Micropayment-Services

Publisher haben in Sachen Paid Content auch die Option, mit Micropayment-Anbietern zusammenzuarbeiten, zum Beispiel mit Flattr, das auf einem Spendendienstmodell basiert - oder LaterPay. "Verlage und Websites generieren mit LaterPay bis zu 2,5 mal so viel Umsatz, wenn sie Nutzern anbieten, für Artikel, Videos, Zeitpässe, Abos, werbefreies Lesen und Contributions später zu bezahlen. Anstatt Paywalls zu errichten, bei denen die Zahlung sofort fällig ist", so zumindest das große Versprechen von LaterPay. Als Subscription Management-Plattform indes sieht sich Plenigo. Das Unternehmen will Online- (und Print-) Angebote digital vermarktbar macht.
Eine vollständige Übersicht aller Paid Content-Angebote deutscher Zeitungen bietet beispielsweise der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV).



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