Anbieter-Übersicht 16.07.2018, 08:11 Uhr

PIM-Systeme: Ohne gute Daten keine gute Produktinformation

Gut gepflegte und leicht zugängliche Produktdaten sind für Shop-Betreiber ein absolutes Muss. Product-Information-Management-Systeme helfen, die Datenflut zu bewältigen. Eine Übersicht.
(Quelle: shutterstock.com/Librarians )
Um sich für einen bestimmten Artikel entscheiden zu können, braucht der Kunde möglichst genaue Informationen zu dem Produkt: Wie groß ist ein Schuh in Größe 40 tatsächlich? Ist er wasserdicht oder nur wasserabweisend? Welche Materialien sind verarbeitet? In welchen Farbkombinationen ist er erhältlich?
Was bei Schuhen noch halbwegs überschaubar erscheint, ist bei Lebensmitteln schon deutlich aufwendiger. Da stellen sich dann beispielsweise auch Fragen wie die, ob Zusatzstoffe oder Spuren von Aller­genen enthalten sind, wie lange das Produkt haltbar ist oder worauf bei der Zubereitung zu achten ist.
Um ein Vielfaches komplexer wird der Umgang mit Produktinformationen, wenn zusätzlich technische Daten verarbeitet werden oder die Daten in verschiedenen Sprachen beziehungsweise für verschiedene Plattformen wie Amazon, eBay oder Otto verfügbar sein müssen. Auch ein sehr breites Sortiment von Produkten mit völlig verschiedenen Artikelmerkmalen oder eine Vielzahl unterschiedlicher Datenquellen stellen Shop-Betreiber bei der Verwaltung ihrer Produktinformationen vor große Herausforderungen.

Viele Shop-Systeme haben auch ein PIM an Bord

Um dieser Datenflut Herr zu werden, sind Product-Information-Management-Systeme, kurz PIM-Systeme, hilfreich. Über eine solche Datenbanklösung lassen sich Produktinformationen zusammenführen, standardisieren, bearbeiten und verwalten. Die meisten Shop-Lösungen verfügen bereits über ein integriertes PIM-System, über das sich Standarddaten wie Artikelnummer, Größe, Farbe, Gewicht, Preis sowie etliche Zusatzinformationen pflegen lassen. "Für einfache Use Cases reichen die grundlegenden Funktionen dieser integrierten PIM-Systeme in vielen Fällen aus", erklärt Johannes Terhürne, Director Strategy der Agentur Best IT.
Wenn aber die Komplexität der Daten wächst - etwa durch Internationalisierung, die Anbindung des Shops an Marktplätze oder aufgrund besonderer Anforderungen an die Produktinformationen wie Größentabellen oder Inhaltsstoffe -, stoßen diese integrierten PIM-Lösungen oft an ihre Grenzen. Denn: "Ein Shop-System ist für den Verkauf von Artikeln optimiert und demnach ein Kompromiss aus Shop-Frontend, Order Management und PIM", so Terhürne. Über ein reines PIM-System hingegen können Daten zentralisiert und normiert erfasst und bearbeitet werden - auch über Abteilungsgrenzen hinweg. Damit steigen Geschwindigkeit und Effizienz der Datenverarbeitung.

Wenn das integrierte PIM an seine Grenzen stößt

Doch woran erkennen Shop-Betreiber, dass ihr in die Shopsoftware integriertes PIM-System nicht mehr ausreicht? Ein wesentlicher Indikator ist nach Ansicht von Jörg Krähschütz, Unit-Direktor Transaktion bei der Agentur Nexum, die Datenqualität. "Unsaubere Daten schlagen sich schnell in steigenden Retourenquoten und niedrigen Konversionsraten nieder, denn die Qualität der Daten ist die Basis für eine erfolgreiche Produktkommunikation", so Krähschütz.
Ein weiteres Indiz sind zeitaufwendige und daher langsame Bearbeitungsprozesse, bei denen die Daten oft händisch aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragen und dann mühsam standardisiert und aufbereitet werden müssen. "Mit einem PIM-System können Shop-Betreiber diesen internen Ressourcenaufwand erheblich reduzieren", betont Krähschütz. Seiner Einschätzung nach ist dies vor allem für Händler mit einer breiten Produktpalette, mit erklärungsbedürftigen oder mit besonders schnelldrehenden Produkten wichtig.



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