Verhandlungen über Fusion 19.05.2020, 12:50 Uhr

Paydirekt und Giropay sollen verschmelzen

Die deutschen Banken denken intensiv darüber nach, ihre beiden nur mäßig erfolgreichen Bezahlverfahren Paydirekt und Giropay zusammenzulegen. Die Verhandlungen dazu laufen. 
(Quelle: Paydirekt)
Die deutsche Kreditwirtschaft plant offenbar, die beiden Payment-Verfahren Paydirekt und Giropay zu verschmelzen. Ziel sei, "die derzeit bestehenden Bezahlverfahren Paydirekt, Giropay und Kwitt unter einer Marke zusammenzuführen", schreibt das "Handelsblatt" mit Verweis auf die Deutsche Kreditwirtschaft, die gemeinsame Interessensvertretung der deutschen Bankenverbände.
 
Vor einem Jahr wurde bekannt, dass die Branche gemeinsam die Digitalisierung vorantreiben und ihre Zahlungsangebote neu aufstellen will. Das "Projekt #DK" - DK steht für "Digitale Kreditwirtschaft" - soll auch die Girocard und das Handy-zu-Handy-Bezahlsystem "Kwitt", ein Angebot der Sparkassen sowie der Volks- und Raiffeisenbanken, besser verzahnen.
Trotz der Corona-Krise seien die Arbeiten am "Projekt DK" fortgesetzt worden, zitiert das "Handelsblatt" einen ungenannten Beteiligten. Über den Weg zu einer Verschmelzung von Paydirekt und Giropay werde aber noch verhandelt.
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PayPal Paroli bieten

Giropay bietet seit 2006 ein Online-Überweisungsverfahren an und gehört über Töchter den Sparkassen und den Genossenschaftsbanken sowie der Deutsche-Bank-Tochter Postbank. Paydirekt ist ein Online-Bezahlverfahren wie PayPal und seit 2015 auf dem Markt.
Auch hinter Paydirekt stehen die Sparkassen, die Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Deutsche Bank und die Commerzbank. Paydirekt hat zwar 3,2 Millionen registrierte Kunden, die den Service aber nur selten einsetzen. Giropay hat sich zwar bedingt etabliert, verzeichnet aber ebenfalls nur eine relativ geringe Nutzung.
Vor allem im Vergleich zu PayPal: Das US-Bezahlverfahren zählt in Deutschland mittlerweile 25,6 Millionen Nutzer und profitiert deutlich vom Corona-bedingten Boom des Online-Handels. Am 1. Mai 2020 hat PayPal weltweit die höchste Zahl an Transaktionen in seiner Geschichte verbucht. Die Deutsche Kreditwirtschaft erklärte, sie wolle ihr Angebot von Bezahlverfahren für Kunden und Händler weiter verbessern. "Ziel ist es, Verbrauchern und Händlern sowohl im stationären Handel als auch im E-Commerce noch mehr Vorteile und Wiedererkennbarkeit zu bieten. Gleichzeitig sollen sich gewohnte Funktionen nicht ändern und eine Umstellung für die Händler mit möglichst geringem technischen Aufwand verbunden sein", schreibt das "Handelsblatt".



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