Vevo kommt nach Deutschland 02.09.2013, 11:55 Uhr

Start mit dem Wohlwollen der Gema

Nach der Einigung mit der Gema kann's losgehen: Die werbefinanzierte Musikvideo-Plattform Vevo kommt noch in diesem Jahr nach Deutschland. Das Angebot umfasst über 75.000 Musikvideos, Konzertmitschnitte und eigenproduzierte Inhalte.
Vevo kommt nach Deutschland
In zwölf Ländern ist Vevo mit seinem Musikvideo-Angebot schon vertreten, noch in diesem Jahr will das Unternehmen auch in Deutschland live gehen. "Deutschland ist weltweit einer der wichtigsten Musikmärkte. Wir freuen uns, das Wachstum von Vevo in Europa mit diesem Schritt fortsetzen zu können", so Nic Jones, Senior Vice President. Mit der Gema hat das Portal bereits eine Einigung gefunden - wie diese aussieht, geben die beiden Unternehmen nicht bekannt. Doch schlecht kann sie für die Musiker nicht sein, denn die Verwertungsgesellschaft, die deren Rechte vertritt, begrüßt den Launch.
Vevo Deutschland wird seinen Firmensitz in Berlin haben. Die Geschäftsführung übernimmt Tina Funk, derzeit noch geschäftsführende Gesellschafterin der Beratungsgesellschaft Creative Lobby. Zuvor war sie Senior Vice President Music Division bei EMI Germany. Die deutschen Zuschauer können das Angebot über vevo.com, Mobile- und Tablet-Apps, Apple TV sowie Xbox nutzen.
In verschiedenen Ländern liefert Vevo die Videos der Künstler-Accounts auf Facebook und für zahlreiche Online-Portale wie CBS Interactive Music Group, zu der Last.fm gehört, Disney Interactive, Viacom Media Networks und Yahoo! Music. Durch eine Partnerschaft mit Youtube ist das Unternehmen in über 200 Ländern weltweit vertreten. Eine Einigung zwischen Youtube und der Gema steht noch aus.
Streaming-Angebote bieten eine Menge ungenutztes Potenzial für Werbungtreibende. Denn wer kostenlos Musik hören möchte, nimmt Werbung bewusst in Kauf. Das hat eine Studie des Marktforschungsunternehmens Forrester Research herausgefunden. Audio-Spots lassen sich - wie Radiowerbung - schließlich nicht ausblenden, werden dafür meist nur einmal abgespielt. Zudem rechnen Nutzer von Freemium-Angeboten mit Werbung und empfinden diese auch als weniger störend verglichen mit Display-Werbung.
Die Werbekunden zum Start von Apples iTunes Radio stehen unterdessen fest: Fast-Food-Unternehmen, Getränkehersteller und Autobauer - ganz wie im analogen Radio. Allerdings gibt es bei dem Musik-Streamingdienst mehr Werbeunterbrechungen, nämlich ein Spot alle 15 Minuten.
Musikdienste sind beliebt: 28 Prozent der erwachsenen US-Internetnutzer und 17 Prozent der europäischen User streamen Songs über ihren Computer oder ihr Smartphone.



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