Datenschützer kritisieren Sofortüberweisung.de 30.05.2011, 12:42 Uhr

Bankdaten gescannt

Verbraucherschützer kritisieren Sofortüberweisung.de: Der Paymentdienst soll sich einen umfangreichen Überblick über die Bankkonten von seinen Nutzern beschafft haben, ohne diese ausführlich darüber zu informieren.
Datenschützer kritisieren Sofortüberweisung.de (Foto: istock/alexsl)
 Stichproben von NDR Info haben ergeben, dass neben dem Kontostand auch die Umsätze der vergangenen 30 Tage, der Dispokredit, die Stände anderer Konten bei der gleichen Bank oder ausgeführte und vorgemerkte Auslandsüberweisungen abgefragt werden. Die Firma Payment Network, die Sofortüberweisung.de betreibt, hat dem Radiomagazin bestätigt, dass solche Prüfungen zwar nicht in allen, aber doch in einer überwiegenden Zahl von Fällen durchgeführt werden. Sie dienten der "Betrugsprävention".
Die zuständige Datenschutzaufsicht in Bayern kritisierte diese Praxis gegenüber NDR Info. "Die Mängel sehen wir in dem Verfahren momentan darin, dass die Transparenz nicht ausreichend gewahrt ist", sagte der Leiter des Landesamtes für Datenschutzaufsicht Thomas Kranig. Der Begriff "Kontodeckungsabfrage" erkläre nicht deutlich, was die in Gauting bei München ansässige Payment Network AG mache: "Ich würde glauben, dass man fragt, ob so viel Geld auf dem Konto ist, dass ich meine Rechnung bezahlen kann. Alles, was darüber hinausgeht, bedarf der Erklärung."
Frank-Christian Pauli vom Verbraucherzentrale Bundesverband bemängelte ebenfalls die Datenschutzhinweise des Zahlungsdienstes: "Es ist nicht verbraucherfreundlich formuliert, um nachvollziehen zu können, was für Möglichkeiten hier eigentlich eingeräumt werden. Eigentlich heißt das ja auf Deutsch nichts anderes als: Ihr gewährt mir den Zugang, komplett in euer Konto reinzugucken."



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