Seit neuer DSGVO 23.08.2018, 09:55 Uhr

Zahl der Datenschutzbeschwerden in Berlin vervierfacht

Seit die neue DSGVO in Kraft ist, sind bei der Berliner Datenschutzbeauftragten 1.380 Beschwerden betroffener Bürger eingegangen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 344 Eingaben. Die Beschwerden betreffen Online-Angebote aller Art.
(Quelle: Fotolia.com/JiSIGN)
Bei der Berliner Datenschutzbeauftragten Maja Smoltczyk beschweren sich deutlich mehr Bürger über den Missbrauch ihrer persönlichen Daten durch Unternehmen. Hintergrund sind neue europäische Regeln, die seit 25. Mai in Kraft sind. In den Monaten Mai bis Juli 2018 seien 1.380 Beschwerden persönlich betroffener Bürger eingegangen, teilte Smoltczyk auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 344 Eingaben.
Die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der EU soll Bürgern mehr Mitsprache dabei geben, was mit ihren Daten in Unternehmen, Vereinen oder Behörden passiert. Dazu gehören Name, Adresse, E-Mail-Adresse, Ausweisnummer oder IP-Adresse. Besonders empfindliche Daten etwa zu Religion, Gesundheit oder Sexualleben dürfen nur in Ausnahmefällen verarbeitet werden. Daten, die für den ursprünglichen Speicherzweck nicht mehr benötigt werden, müssen gelöscht werden ("Recht auf Vergessen"). Zudem haben Verbraucher ein Auskunftsrecht.
Die Beschwerden beträfen nicht zuletzt Essenslieferdienste, aber auch Online-Angebote aller Art, etwa Versandhäuser, sagte Smoltczyk. Die verschärften Transparenzpflichten zeigten Wirkung. "Die Menschen sind sich ihrer Rechte, die sie zu weiten Teilen auch vorher schon hatten, bewusster und fordern diese sehr viel häufiger ein."



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