Neuer Standort für Tech-Konferenz 16.05.2018, 10:11 Uhr

Warum sich München für den Web Summit bewirbt

Im November dieses Jahres findet der Web Summit noch in Lissabon statt. Ab 2019 suchen die Veranstalter einen neuen Standort für die größte Tech-Konferenz der Welt. Beworben hat sich dafür nun München.
(Quelle: Web Summit )
Mit über 70.000 Teilnehmern gilt der Web Summit als größte Tech-Konferenz der Welt. Mehr als 1.200 Sprecher trafen sich im vergangenen Jahr in Lissabon. Seine Ursprünge hat der Web Summit eigentlich in Irland, seit 2016 findet die Internetkonferenz aber in der Hauptstadt Portugals statt. Das Gelände dort wird den Machern nun zu klein, ab 2019 wird ein neuer Standort gesucht. Dafür wurde nun unter anderem München angefragt.
Die Chance, internationale Größen in die bayerische Landeshauptstadt zu holen, wollte man sich dort nicht entgehen lassen. Die Bewerbung wurde also abgeschickt, jetzt heißt es abwarten. "Wir sind gerade in der Gründerszene viel besser als die Leute denken", sagt der Zweite Bürgermeister Josef Schmid (CSU) gegenüber süddeutsche.de. Der Wirtschaftsausschuss im Stadtrat hatte sich einstimmig dafür ausgesprochen, die Bewerbung der Messe München für den Web Summit finanziell zu unterstützen - im November wird dann verkündet, wo der nächste Kongress stattfinden wird.

München hat viel Potenzial

Aktuell gibt es in München in Sachen Digital-Events noch Luft nach oben. Zur Oktoberfest-Zeit gibt es das Start-up-Festival Bits and Pretzels mit Gründern und Investoren, insgesamt etwa um die 5.000 Besucher. Etwas exklusiver und Silicon-Valley-lastiger ist die Burda-Konferenz DLD zu Beginn des Jahres, die traditionell CEOs, Investoren, Unternehmer und "die Vordenker der Digitalisierung, Kunst und Kultur" nach München lockt. Böse Zungen behaupten oft, die DLD profitiere vor allem vom Weltwirtschaftsforum in Davos, das unmittelbar nach der DLD stattfindet und für viele hochkarätige DLD-Sprecher der eigentliche Grund für den Besuch in Europa sein dürfte.
All das ist nett, aber kein Vergleich zum Web Summit. Im Moment umfassen die größten Kongresse in den Hallen der Messe München zwar nur um die 30.000 Teilnehmer, man traue sich das aber "voll zu", so Reinhard Pfeiffer, stellvertretender Chef des Unternehmens, gegenüber süddeutsche.de.
Mit im Rennen um den Standort sind zehn bis fünfzehn andere Städte, auch viele europäische Hauptstädte. Aber nach München passe ein Internetkongress doch am besten, meint Pfeiffer, wegen der starken Start-up-Szene in der Stadt, den IT-Unternehmen und auch der Wissenschaft.

Mehr als nur Image

Natürlich spielt auch das Image eine Rolle, die weltgrößte Tech-Konferenz in München - das ist schon eine andere Hausnummer. Über die Steuer erhofft sich die Stadt München zusätzliche Einnahmen von etwa einer Millionen Euro im Jahr.
Sollte der Web Summit nach München kommen, wolle man die Konferenz mit 850.000 Euro jährlich unterstützen. Das Geld fließt dann in Werbung, Empfänge und Tickets für Verkehrsmittel. "Das ist ein Investment in den Digitalstandort", so Bürgermeister Schmid.



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