Bitkom-Studie 10.04.2019, 15:26 Uhr

Digitalisierung schürt Konkurrenz zwischen Unternehmen

Durch die Digitalisierung nehmen deutsche Unternehmen einen höheren Wettbewerbsdruck wahr. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Bitkom.
(Quelle: shutterstock.com/VolodymyrSanych )
Unternehmen in Deutschland spüren einer aktuellen Studie zufolge einen steigenden Wettbewerbsdruck durch die Digitalisierung. Wie der Digitalverband Bitkom zum Auftakt der Konferenz "hub.berlin" erklärte, belegten die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage, dass die Digitalisierung in aller Breite in der Wirtschaft ankomme. "Digitalisierung erzeugt mehr Wettbewerb, und dieser Wettbewerb führt zu mehr Innovationen", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. Zugleich gebe es aber auch ein "riesiges Erkenntnisproblem" bei den Unternehmen.
Der Studie zufolge sagen zwei Drittel (65 Prozent) der Unternehmen ab 20 Mitarbeitern aus allen Branchen, dass IT- und Internet-Firmen in ihren Markt drängen. Ein Jahr zuvor waren es noch 57 Prozent. 60 Prozent sehen auch Unternehmen aus anderen Branchen plötzlich als direkte Wettbewerber - 2018 sagten das noch 42 Prozent. "Der Wettbewerb entsteht immer an den Branchengrenzen", sagte Berg.

Neue Produkte und Dienstleistungen

72 Prozent passten bestehende Produkte und Dienstleistungen entsprechend an, vor einem Jahr seien es erst 63 Prozent gewesen. Und erstmals böten mehr als die Hälfte in Folge der Digitalisierung völlig neue Produkte und Dienstleistungen an. Die große Mehrheit der Unternehmen (91 Prozent) sieht die Digitalisierung inzwischen in erster Linie als Chance.
Auf die Ausgaben der Unternehmen hat die Digitalisierung der Studie zufolge jedoch noch wenig Einfluss. "Jedes fünfte Unternehmen lässt das digitale Geschäft links liegen und hat noch nie dafür investiert", sagte Berg. Nur jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) will demnach im laufenden Jahr gezielt die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle finanziell anschieben. Gut die Hälfte der befragten Unternehmen hat das in der Vergangenheit getan, stellt dafür aber keine Ressourcen für dieses Jahr bereit. "Keine personelle Verantwortung, keine Zeit, kein Geld - so macht man keine Digitalisierungsstrategie", warnte Berg.

Künstliche Intelligenz das wichtigste Thema

Künstliche Intelligenz (KI) ist nach Einschätzung von Berg das wohl wichtigste Thema für alle Branchen. "KI beeinflusst alles und jeden." Laut der Studie hält allerdings nur eine knappe Mehrheit der Befragten (53 Prozent) KI für eine Chance fürs eigene Unternehmen. 16 Prozent sehen in KI keine Auswirkungen auf die eigene Firma, 27 Prozent schätzen KI sogar als Risiko ein. "Wer glaubt, dass KI das eigene Geschäft nicht verändern wird, dürfte einer fatalen Fehleinschätzung unterliegen", sagte Berg.
Auf der hub.berlin kommen noch bis zum Donnerstag mehr als 10.000 Besucher aus 50 Ländern zusammen. Zum Auftakt hielt Telekom-Chef Timotheus Höttges eine flammende Rede für Europa und rief dazu auf, wählen zu gehen. "Wir reden über Flüchtlinge, aber nicht über die Wettbewerbsfähigkeit von Europa." Angesichts der großen Konkurrenz aus den USA und China müsse Europa aber gemeinsam in Zukunftstechnologien wie Quantencomputer, Biotech-Unternehmen oder Künstliche Intelligenz investieren, sagte Höttges.



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