So verändern Datenschutz, KI und IoT die Cloud

Edge-Computing als Ergänzung

Die enorme Datenmenge im Internet der Dinge (IoT), der Wunsch nach Echtzeit-Analysen und die oftmals unzureichende Internetbandbreite haben dazu geführt, dass Datenanalysen nicht mehr unbedingt in der Cloud ausgeführt werden, sondern "am Rand des Netzwerks" (Edge-Computing), also in der Nähe der Geräte und Sensoren.
"Einfache Geräte hinter dem Netzwerkrand sind meist weniger anfällig für Sicherheitsbedrohungen. Andererseits bietet eine verteilte IT-Infrastruktur oft mehr Geräte und Zugangspunkte und damit auch mehr Angriffsfläche. Der Schutz der Endpunkte ist daher beim Edge-Computing sehr wichtig. Es muss das Bewusstsein dafür geschärft werden, dass es unverzichtbar ist, jedes einzelne mit dem Netzwerk verbundene Gerät und jeden Endpunkt zu schützen", erläutert Chris Hill von Barracuda Networks.
Security-Konzepte, die sich auf die Absicherung der Cloud konzentrieren, müssen sich dieser neuen Realität stellen. Aufgaben, die bis vor Kurzem noch als Cloud-Service angesehen und abgesichert wurden, wandern im Internet of Things zurück auf die Endgeräte und die Edge-Geräte. Entsprechend müssen Security-Lösungen neben der Cloud auch das Edge-Computing berücksichtigen.
Die IoT-Daten und die Analyseergebnisse müssen an jedem Ort geschützt sein, unabhängig davon, ob die Analysen nun in der Cloud oder auf Netzwerkgeräten stattfinden. Es ist nicht zu erwarten, dass die Datenanalysen im IoT nur noch über Edge-Computing erfolgen, zumindest die geräteübergreifenden Auswertungen und die Archivierung der Daten werden im Internet der Dinge eine Aufgabe der Cloud bleiben.
Cloud-Security muss deshalb um Edge-Security erweitert werden, für den Erfolg ist dabei ein Zusammenspiel der Sicherheitslösungen von entscheidender Bedeutung.

Mehr Intelligenz

Eine weitere Entwicklung im Cloud-Computing bleibt für die Sicherheit ebenfalls nicht ohne Folgen: Mit der steigenden Nutzung von Cloud-Services wächst der Bedarf, das Cloud-Management zu automatisieren, um etwa auf Lastspitzen schneller reagieren zu können. Die Cloud-Automatisierung ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass zum Beispiel Oracle bereits autonome Cloud-Services auf den Markt gebracht hat. Zu den autonomen Fähigkeiten dieser Cloud-Dienste gehören der automatisierte Betrieb (Self-Driving), die automatische Sicherheit (Self-Securing) und die automatische Fehlerbehebung (Self-Reparing).
"Die Integration von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning in diese Cloud-Dienste wird Unternehmen dabei helfen, ihre Innovationsfähigkeit zu optimieren", versichert Amit Zavery, Executive Vice President of Development, Oracle Cloud Platform.
Auch die Cloud-Sicherheit kann von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning profitieren - und muss es auch, um automatisierte Cloud-Dienste schützen zu können. "Unternehmen können Big-Data-Risikoanalysen und maschinelles Lernen durchführen, um Bedrohungen schneller zu stoppen. Und sie können in der Cloud auf unbegrenzte Rechenkapazitäten zugreifen, um Präventionsmaßnahmen umfassend durchzusetzen. Entscheidend ist, dass all dies in dem erforderlichen digitalen Tempo erfolgt, um Risiken zu erkennen und Angriffe zu verhindern, die das Vertrauen in die digitale Welt untergraben", erklärt dazu Greg Day von Palo Alto Networks.
Die Cloud-Sicherheit muss sich also der Herausforderung stellen, transparenter, übergreifender und intelligenter zu werden. Passende Lösungen sind auf dem Markt verfügbar, Sicherheitsdienstleister bieten sich an, die Cloud-Sicherheitskonzepte zu optimieren.
Die digitale Transformation basiert nicht nur auf der Cloud, sie verändert die Cloud auch - und die Art und Weise, wie wir sie nutzen.



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