Software-Roboter 05.11.2018, 10:31 Uhr

5 Bots, die den E-Commerce verändern

Egal ob im Marketing oder im E-Commerce: Bots kommen schon seit einiger Zeit zum Einsatz. Nicht immer aber sind sie hilfreich und bringen mehr Umsatz. Der BVDW erklärt den Unterschied zwischen "guten" und "bösen" Bots.
Mit Chatbots lässt sich ein Teil der Kundenkommunikation von Unternehmen auslagern und automatisieren.
(Quelle: shutterstock.com/Zapp2Photo)
Bots finden im E-Commerce zunehmend Verbreitung. Clever eingesetzt, können sie dem Händler mehr Umsatz bescheren und die Kundenzufriedenheit steigern. Wäre da nicht die Schattenseite: Bots können auch Schadsoftware ohne Wissen und Zustimmung des Nutzers installieren oder den Traffic einer Website so manipulieren, dass dadurch der Werbeindustrie Schaden zugeführt wird.
Die Fokusgruppe Digital Marketing Quality im BVDW nennt in ihrem Whitepaper fünf Beispiele für Bots im E-Commerce: 

Spider Bots (Crawler)

Crawler sind Bots, die das Web nach HTML-Dokumenten durchforsten und dafür sorgen, dass zu Suchanfragen die passenden Ergebnisse ausgeliefert werden.
Hilfreich sind Crawler dann, wenn sie sich in Logfiles als solcher zu erkennen und sich beim Indizieren an die Vorgaben der Webseite, die in robots.txt hinterlegt sind, halten. Ad Serving und Ad Verification Systeme können ohne viel Aufwand die Seitenaufrufe als Invalid Traffic (hinsichtlich der Werbeauslieferung) herausfiltern.
Wenn sich Crawler jedoch nicht an die oben benannten Vorgaben halten, wird es gefährlich. Werbeauslieferungen können dann fälschlich als "Valid Traffic", gültige Website-Aufrufe, verbucht werden.

Trader Bots

Hinter Trader Bots stecken Suchmaschinen, die gezielt nach den günstigsten Preisen suchen. Sie durchforsten zum Beispiel Online-Marktplätze oder einzelne Händler. Dadurch können E-Commerce-Unternehmen ihre Wettbewerber beobachten und Preise optimieren. Sie müssen sich dabei an die Vorgaben für Bots halten und dürfen nicht gegen die Nutzungsbestimmungen der Webseitenbetreiber verstoßen.

Chatbots

Chatbots werden immer intelligenter. Mit ihnen lässt sich ein Teil der Kundenkommunikation von Unternehmen auslagern und automatisieren. Vor allem häufigere und einfachere Anfragen können so kostensparend beantwortet werden. Sie müssen sich immer als Chatbots für den Nutzer zu erkennen geben.

Scraper Bots

Scraper Bots werden für das Einsammeln aber auch für den Diebstahl von Inhalten eingesetzt. Bilder und Texte werden abgezogen, um an anderer Stelle dupliziert beziehungsweise missbraucht zu werden.

Spam Bots

Von Spams im E-Mail-Bereich bleibt kaum jemand verschont. Erkannte man diese zu Beginn der Entwicklung recht einfach an dilettantischen Formulierungen etc, werden sie nun zunehmend klüger. Spam-E-Mails werden dabei längst nicht mehr alle herausgefiltert. Nicht selten schaffen es entsprechende E-Mails am Spam-Filter vorbei ins Postfach, ohne dafür die Zustimmung des Nutzers zu haben.
Im Bereich Werbung beispielsweise werden bösartige Bots eingesetzt, um Werbekontakte oder Klicks zu simulieren, die gar nicht real sind. So wird Traffic künstlich erzeugt. Damit der Bot-Anteil der Werbekontakte und Klicks von den Analysetools der Werbekunden nicht anhand der offiziellen IAB-Bot-Liste rausgefiltert werden kann, gibt sich der Bot nicht zu erkennen und ahmt zum Beispiel menschliches Verhalten nach.
"Am Ende wird dem buchenden Werbekunden eine Rechnung über die Werbekontakte gestellt, die jedoch zum Großteil nicht von Menschen erzeugt wurden. Er bezahlt also zu viel Geld", erklärt Andreas Hamdorf (pilot Hamburg), stellvertretender Vorsitzender der Fokusgruppe Digital Marketing Quality im BVDW.
Um solche bösartigen Bots zu erkennen, wurden in den letzten Jahren zahlreiche Systeme programmiert, die zum Beispiel nach typischen Mustern suchen. "Da die bösartigen Bots immer raffinierter werden und das Verhalten von Menschen zum Teil sehr gut nachahmen können, findet ein regelrechter Wettlauf zwischen den Entwicklern dieser Bots und den Entwicklern der Tools statt, die gegen Bots schützen sollen", so Hamdorf.



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