Verbraucherzentrale Bundesverband 07.12.2017, 11:03 Uhr

Verbraucherschützer fordern mehr Transparenz bei Algorithmen

Verbraucherschützer fordern mehr Transparenz bei Algorithmen sowie eine bessere Kontrolle seitens der Politik. Relevante algorithmenbasierte Entscheidungsprozesse sollen durch eine unabhängige staatlich legitimierte Institution kontrolliert werden.
(Quelle: shutterstock.com/Bakhtiar Zein)
Verbraucherschützer mahnen mehr Transparenz bei automatisierten Entscheidungen an und fordern eine Kontrolle seitens der Politik. Ob bei smarten Geräten im Haushalt, Navigationsdiensten oder bei intelligenten Sprachassistenten wie Alexa - Algorithmen spielten in immer mehr Lebensbereichen eine wichtige Rolle und könnten das Leben erleichtern, so der Verbraucherzentrale Bundesverband. "Sie können aber auch zu falschen Entscheidungen führen und Verbraucher diskriminieren", warnte Klaus Müller, Vorstand des vzbv, am Donnerstag in Berlin.
"Bereits heute entscheiden Algorithmen nicht nur darüber, welche Route wir fahren und welche Werbung wir im Netz sehen, sondern auch ob wir einen Kredit bei der Bank oder andere Dienstleistungen erhalten", sagte Müller. Unklar sei oft aber, anhand welcher Kriterien solche Entscheidungen getroffen und wie die einzelnen Aspekte gewichtet würden, sagte Müller. Algorithmen fielen allerdings häufig unter das Geschäftsgeheimnis von Unternehmen. Der vzbv fordert deshalb, dass die nächste Bundesregierung sich des Themas aus Sicht des Verbraucherschutzes annimmt. "Relevante algorithmenbasierte Entscheidungsprozesse müssen durch eine unabhängige staatlich legitimierte Institution kontrolliert werden können", sagte Müller.
Eine repräsentative, vom vzbv in Auftrag gegebene Studie habe gezeigt, dass Verbraucher algorithmischen Entscheidungen nicht per se vertrauten. So sprachen sich 80 Prozent der Befragten dafür aus, dass Firmen Daten und Kriterien offenlegen sollten, die den Entscheidungsprozessen zugrunde liegen. Mit einem Thesenpapier wollen die Verbraucherschützer einen gesellschaftlichen Diskurs anstoßen. "Wir müssen uns präventiv mit den Auswirkungen automatisierter Entscheidungsprozesse beschäftigen und nicht erst dann, wenn die ersten Skandale da sind", sagte Müller.



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