INTERNET WORLD Business Logo Abo
Google Glass eignet sich wohl nicht für Brillenträger
Sonstiges 19.04.2013
Sonstiges 19.04.2013

Google Glass Explorer Edition Nichts mit Werbung, nichts für Brillenträger

Die ersten Exemplare von Googles neuer Datenbrille "Glass" werden derzeit für 1.500 US-Dollar pro Stück an ausgesuchte Meinungsführer und Entwickler verteilt. Wer eine von den Wunderbrillen in Händen hält, darf vieles damit nicht tun. Die Einschränkungen für App-Entwickler sind noch drastischer – und für Fehlsichtige auch. 

Nicht weiter verkaufen, verschenken oder verleihen – solche Einschränkungen sind bei Vorabserien von Trend-Produkten, die an ausgesuchte Abnehmer vergeben werden, üblich. Nicht anders bei Google Glass: Die Auserwählten, die von Google eins der ersten Exemplare der Datenbrille "Glass" zugeteilt bekommen, stimmen damit automatisch speziellen Nutzungsbedingungen zu.

Sie dürfen das 1.500 US-Dollar (etwa 1.145 Euro) teure Gadget nicht an Dritte weitergeben. Verkaufen, verleihen: verboten. Bei Verstößen dagegen droht die ferngesteuerte Deaktivierung der Brille - ohne Entschädigung.

Unter den Käufern der Explorer-Edition dürften sich auch Entwickler befinden, die für die Augmented-Reality-Brille Apps entwickeln wollen. Viele von ihnen müssen sich wohl erst einmal Gedanken über ein neues Geschäftsmodell machen, denn nach dem Willen des Suchkonzerns ist Werbung in Glass-Apps bis auf weiteres ausgeschlossen - eine Refinanzierung der App-Entwicklung durch Werbeeinnahmen fällt also aus. Ob Google mit dem Werbe-Bann die Markteinführung der Brille erleichtern möchte oder ob sich der Konzern eine exklusive Werbevermarktung offen halten will, ist derzeit völlig offen.

Ebenfalls offen ist, ob Brillenträger Grund zur Vorfreude haben. Knapp über die Hälfte aller Bundesbürger sind fehlsichtig, und nicht wenige von ihnen dürften sich auf die Aussicht gefreut haben, ihre notwendige Sehhilfe durch ein Upgrade mit der Glass-Technologie in ein Multitool für Hipster zu verwandeln.

Der deutsche Designer Martin Missfeldt dämpft jedoch die Hoffnung auf einen solchen Zusatznutzen. In einer Infografik für die Online-Ausgabe der Daily Mail analysiert Missfeldt den Aufbau und die Funktion der Datenbrille und kommt zu dem Schluss: Eine Kombination mit korrigierenden Gläsern ist höchst aufwendig und in Serienfertigung kaum zu realisieren.  

Das könnte Sie auch interessieren