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Akustischer Barcode
Sonstiges 23.10.2012
Sonstiges 23.10.2012

Akustische Barcodes Ritsch-Ratsch - Info gespeichert

Ein Team an der Carnegie Mellon Universität arbeitet an einer Alternative zu gedruckten Barcodes: Akustische Barcodes aus gefrästen Rillen sollen die mobile Datenerfassung revolutionieren. Beim Auslesen wischt man mit einem harten Gegenstand über das Rillenmuster, und eine Software analysiert das Geräusch, das dabei entsteht. 

Gedruckte Barcodes sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken: Ein Muster aus parallelen Linien oder Punkten wird von einem optischen Lesegerät ausgelesen, das Resultat ergibt eine ID-Nummer. Diese Nummer kann dann mit einer Aktion verknüpft werden, zum Beispiel mit dem Aufruf einer Website oder der Auswahl eines Produktes im Warenwirtschaftssystem.

Dass optische Barcodes nicht ohne Tücken sind, hat jeder schon einmal mitbekommen, der einer Kassiererin im Supermarkt beim Kampf mit ihrem zickenden Kassenscanner zusehen musste. Am Human-Computer Interaction Institute and Heinz College Center for the Future of Work an der Carnegie Mellon University arbeiten Forscher derzeit an einer Alternative, die nicht optisch, sondern akustisch funktioniert.

Der Acoustic Barcode besteht aus einer Abfolge von parallelen Linien in einem formstabilen Träger. Wischt man mit einem harten Gegenstand über diesen Träger, entsteht ein Kratzgeräusch, bei dem die Abstände der Linien zueinander ein uniques Klangmuster erzeugen. Dieses Klangmuster können die Forscher per Software entziffern - als Resultat steht eine eindeutige ID-Nummer, wie beim optischen Barcode auch.

Ein Video der Universität erläutert, wie die Technik funktioniert:

Nach Angaben der Forscher lassen sich die akustischen Barcodes mit erstaunlich geringem Hardware-Aufwand auslesen. Im Labor-Test reichte ein billiges Kondensatormikrofon für sechs US-Dollar aus, um einen rund zehn Quadratmeter großen Raum zu überwachen. Dabei besteht der akustische Barcode aus einer Eingangssequenz, die die lauschende Software in Alarmbereitschaft versetzt, gefolgt von einer individuellen Sequenz, die die eigentliche Information enthält.

Zum Auslösen der Geräuschkennung reicht jeder Gegenstand aus, der hart genug ist, also etwa ein Handygehäuse, ein Stift oder ein simpler Fingernagel. Das gilt auch für das Trägermedium: Holz, Metall, Stein, Kunststoff sind möglich, sogar auf einer flexiblen Plastikfolie haben die Forscher bereit erfolgreich ein funktionierendes Rillenmuster aufgeprägt.

Gegenüber einem optischen Barcode hat die akustische Variante einige Vorteile: So ist sie wetterfest, unauffällig, braucht zum Auslesen kein Licht und kann - zum Beispiel bei Kunststoffgehäusen oder Verpackungsmaterial - bereits während des Herstellungsprozesses ohne weiteren Arbeitsgang eingeprägt werden. 

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