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Tencent
Sonstiges 29.03.2017
Sonstiges 29.03.2017

1,7 Milliarden US-Dollar Tech-Gigant Tencent erwirbt 5 Prozent an Tesla

Shutterstock.com/Claudio Divizia
Shutterstock.com/Claudio Divizia

Der asiatische Tech-Gigant Tencent hat fünf Prozent an Tesla erworben und ist damit einer der größten Anteilseigner. Der Konzern hat bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass er einen guten Riecher für strategische Beteiligungen hat.

Das wertvollste asiatische Tech-Unternehmen Tencent (Bewertung: 248 Milliarden US-Dollar) hat fünf Prozent am US-amerikanischen Unternehmen Tesla übernommen. Der Konzern hat Aktien im Wert von 1,7 Milliarden US-Dollar erworben und ist damit einer der größten Anteilseigner am Unternehmen von Elon Musk, berichtet Techcrunch. Mit dem frischen Kapital will Tesla vor allem die Produktion des Model 3 finanzieren.

Allerdings hat sich Elon Musk mit Tencent nicht nur einen neuen Investor, sondern zugleich auch einen möglichen Konkurrenten ins Boot geholt. Denn der Tech-Riese zeigt bereits seit längerer Zeit großes Interesse am Elektroauto-Markt sowie an autonomen Fahrzeugen. Wie das Handelsblatt berichtet, arbeitet Tencent unter dem Dach der "Future Mobility Corporation" seit 2016 gemeinsam mit dem Apple-Zulieferer Foxconn an eigenen Elektroautos.

Zudem stieg der asiatische Gigant gemeinsam mit dem chinesischen Internetkonzern Baidu beim chinesischen Elektro-Start-up Nio ein. Nio hatte zuletzt auf der SXSW in Texas seinen elektrischen Sportwagen P9 vorgestellt. In den kommenden Jahren erhofft sich das Start-up, den Massenmarkt zu erreichen. Bis 2020 sollen von Nio zwei neue Modelle auf dem amerikanischen Markt präsentiert werden. Damit würde sich das Unternehmen zu einem direkten Mitbewerber von Tesla entwickeln.

Der asiatische Tech-Riese Tencent

Als Investor scheint Tencent einen guten Riecher zu haben. Das Unternehmen hält Anteile an Snap - dem Unternehmen hinter der App Snapchat. Und zwar nicht erst, seit die Social-Media-App an die Börse gegangen ist. Das Unternehmen beteiligte sich bereits im Vorfeld an einigen Finanzierungsrunden des Start-ups. Die Beteiligung bringt Vorteile für beide Unternehmen: Der Gründer von Messaging-Apps wie Weixin oder WeChat, die über 272 Millionen monatliche aktive User verfügen, kann sich von Snapchat einiges abschauen. Und Snapchat hat mit Tencent einen starken strategischen Partner an seiner Seite, falls die App nach Asien expandieren möchte.

Ziel der Investitionen ist unter anderem, dass sich Tencent von einem asiatischen Tech-Unternehmen hin zu einem weltweit agierenden Konzern entwickelt. Der CEO von Tencent Pony Ma will nicht, dass sich das Unternehmen auf den asiatischen Markt beschränkt. Aktuell ist WeChat noch das "Aushängeschild" des Konzerns und die App bietet damit die beste Option für ein globales Produkt. Die größte Herausforderung ist allerdings die Messaging-App auf dem hart umkämpften amerikanischen Markt zu platzieren.

Neben seinen Investitionen im App-Bereich, hat Tencent in den vergangen Jahren vor allem sein Kapital in Spieleentwickler gesteckt. 2012 investierte der Konzern 330 Millionen US-Dollar in den amerikanischen Spieleentwickler Epic Games. An der Trennung von Vivendi und dem Computer- und Spielekonzern Activision Blizzard im Jahr 2013 beteiligte sich Tencent als passiver Investor. 2016 übernahm der Konzern zudem 84,3 Prozent des finnischen Entwicklerstudios Supercell für 8,6 Milliarden US-Dollar.

Allerdings sollen Tencent nicht nur Übernahmen und Beteiligungen zu einem global agierenden Unternehmen machen. 2010 ging Tencent eine langfristige Partnerschaft mit dem US-amerikanischen Netzwerktechnologie-Anbieter Cisco Systems ein, um gemeinsam strategische Entwicklungen voranzutreiben.

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