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Sonstiges 04.09.2012
Sonstiges 04.09.2012

Outstore.de startet Outdoor-Marktplatz mit offensivem Marketingplan

Outstore.de, Handelsplatz für Outdoor-Ausrüstung, startet mit großen Plänen: Eine TV-Kampagne soll eine Millionen-Reichweite sichern, sorgfältig ausgewählte Händler und Markenhersteller Kompetenz und Know-how. In den kommenden Wochen wollen die Gründer Altmann und Munz unter Beweis stellen, dass ihr Konzept aufgeht.

Marktplätze boomen - allerdings hat in diesem Segment noch keine Spezialisierung eingesetzt. Eine Lücke, die Outstore.de schließen will. Nach mehr rund acht Monaten intensiver Vorbereitungszeit ist der Marktplatz für Outdoor-Artikel gestern operativ gestartet. Noch ist das Angebot überschaubar: Rund 30.000 Produkte von sechs Händlern sind derzeit gelistet. Aber schon in den kommenden Tagen soll das Sortiment weiter wachsen. Drei Händler stehen schon in der Pipeline und werden noch einmal mehr als 20.000 Produkte mitbringen, heißt es.

Größe allein ist für die beiden Unternehmensgründer Johannes Altmann und Michael Munz allerdings gar kein entscheidendes Ziel: "Outstore.de ist ein geschlossener Marktplatz. Bei 20 bis 25 Händlern sehen wir unsere maximale Größe erreicht", erklärt Altmann. Und überhaupt: Bei dem Marktplatz ist so einiges anders, als es Händler von E-Bay, Amazon, Zalando und Co. gewohnt sind.

Kein "seelenloser" Preisvergleich

Outstore.de will kein "seelenloser, Venture-Capital-getriebener Handelsplatz" sein, auf dem lediglich die günstigsten Preise verglichen werden. "Wir suchen engagierte Händler aus dem E-Commerce-Mittelstand, die in ihrem Gebiet Spezialsten sind", sagt Altmann. So soll es beispielsweise einen Fachmann für Zelte geben und einen anderen für Rucksäcke. Dadurch will er Kompetenz transportieren, aber auch ein wichtiges Nebenziel erreichen: "Dubletten im Marktplatz zu vermeiden, ist für uns ein wichtiges Thema". Denn Dubletten bedeuten immer Preiskampf.

Aber auch Marken, die sich - siehe Adidas - auf Marktplätzen nicht immer gut vertreten fühlen, sollen sich bei Outstore.de einfinden. Exklusive Shop-Areas können für Brands reserviert sein. Altmann, der als Betreiber der Usability-Beratung Shoplupe viel E-Commerce-Know-how gesammelt hat, glaubt nicht, dass er damit Händler verprellt. "Hersteller drängen ohnehin mit eigenen Shops ins Internet", sagt er. "Diesem Wettbewerb muss sich jeder stellen".

Medienkooperationen in Petto

Um den Händlern viel Traffic zu bieten, arbeitet der ehemalige Holtzbrinck-Manager Michael Munz an Reichweiten-Deals mit Verlagen und Fernsehsendern. Bis Anfang Oktober will er so eine Werbekampagnen mit einer Nettoreichweite von 10 Millionen starten. "Wir setzen dazu definitv auf Fernsehen", erklärt Munz. "Der TV-Spot ist schon fertig." Daneben sollen Kooperationen mit Zeitschriften und White-Label-Lösungen des Marktplatzes für weiteren Umsatz sorgen. Outstore.de soll sich dann von der Größe irgendwo zwischen Zalando, Sport Scheck und Engelhorn einsortieren, meint der Marketing-Fachmann. Um das Wachstum zu finanzieren, konnten die beiden Gründer gerade erst die RI Digital Ventures sowie die beiden Medienmanager Stephan Thurn und Friedrich Wehler gewinnen, die einen sechstelligen Betrag in das Unternehmen steckten.

Seine Kunden soll Outstore.de durch Kompetenz, Sortiment und eine übersichtliche Shop-Navigation überzeugen. Auch wenn im Sortiment von mehreren Händlern einkauft wird, bleibt es bei einem gemeinsamen Warenkorb und einem zentralen Checkout-Prozess. Die Bezahlung wickelt der Treuhandservice iClear ab. So wollen die Outstore.de-Macher rechtliche Unwägbarkeiten vermeiden, die zuletzt das Zentral-Inkasso des Marktplatzes E-Bay scheitern ließen. Vorteil für die Händler: Ihre Umsätze sind garantiert, um die Zahlungsabwicklung müssen sie sich nicht kümmern.

Soviel Service hat allerdings auch seinen Preis: Für die Händler fällt neben einer Gebühr für die Nutzung der technischen Plattform von Tradebyte eine Provision in Höhe von 17,5 Prozent an, die an Outstore.de gehen. Als Preisbrecher wird sich der neue Online-Marktplatz so sicherlich nicht positionieren können. Aber das ist von Herstellern und Händlern schließlich auch gar nicht gewünscht.

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