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Prognosen fürs US-Weihnachtsgeschäft
Sonstiges 20.10.2011
Sonstiges 20.10.2011

Prognosen fürs US-Weihnachtsgeschäft Bei Onlinekäufern sitzt die Geldbörse locker

In den USA hat das Weihnachtsgeschäft schon begonnen. Bereits 39 Prozent der US-Amerikaner haben die ersten Geschenke besorgt. Das klingt vielversprechend, sollen doch allein im November und Dezember rund 465,6 Milliarden US-Dollar für Geschenke und andere Produkte für Weihnachten ausgegeben werden.

Obwohl andere Prognosen wie die von Offers.com von einem im Vergleich zum Vorjahr etwas geringerem Umsatz im Weihnachtsgeschäft ausgehen, prognostiziert die National Retail Federation einen leichten Anstieg um 2,8 Prozent. Demnach werde der durchschnittliche US-Bürger in diesem Jahr 704,18 US-Dollar für Geschenke, Weihnachtsaccessoires und Dekoration ausgeben. Den größeren Teil davon machen die Geschenke aus. Hierfür sollen im Schnitt 403,26 US-Dollar ausgegeben werden. Mit dieser Einschätzung bleibt der Verband der US-Einzelhändler zwei Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Für Weihnachten 2010 machten die US-Amerikaner im Durchschnitt sogar 718,98 US-Dollar aus.

Onlinekäufer geben 22 Prozent mehr aus

Der Anstieg des Gesamtumsatzes liegt demnach an zum einen an gestiegenen Preisen und zum anderen an der wachsenden Zahl der Onlinekäufer. Kauften im Jahr 2010 noch 43,9 Prozent aller US-Amerikaner online ihre Weihnachtsgeschenke, so sollen es in diesem Jahr 46,7 Prozent sein. Sie machen mehr als ein Drittel der gesamten Weihnachtseinkäufe online. Die größte Gruppe stellen mit 43,7 Prozent dabei die 25- bis 34-Jährigen dar. Bei den Onlinekäufern sitzt das Geld offenbar lockerer als bei den Kunden von Ladengeschäften. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der  durchschnittliche US-Onlinekäufer 22 Prozent mehr ausgibt als der durchschnittliche Erwachsene in den USA. Das ist möglicherweise auf die im Internet allgegenwärtigen Preisnachlässe zurückzuführen. So gaben bei der Befragung rund 60 Prozent der US-Amerikaner an, diese Preisnachlässe zu nutzen, auch wenn es dabei nicht um ein Weihnachtsgeschenk oder eine konkret geplante Ausgabe geht.

Die Marktforscher von Bigresearch haben für die National Retail Federation auch untersucht, was die Menschen verschenken. "Im Jahr 2009 waren es vor allem praktische Geschenke und Präsente mit einer persönlichen Note. Dagegen suchten im vergangenen Jahr viele Verbraucher nach einem besonderen Geschenk für ihre Liebsten", blickt Pam Goodfellow, Custom Insights Director bei Bigresearch zurück. "In diesem Jahr wird es vermutlich eine Mischung aus beidem werden. Die Konsumenten haben etwas kleinere Budgets aber auch den starken Wunsch, das passende Geschenk zu den besten Konditionen zu erhalten. Das werde dazu führen, dass die Verbraucher 2011 das Angebot besonders vieler Händler prüfen werden und ihre Einkäufe wahrscheinlich stärker streuen."

Im Trend: Mobile Preisvergleiche

Die Amerikaner wollen in diesem Jahr mehr auf die Qualität der Produkte achten. In der Befragung nannten 14,6 Prozent die Qualität der Waren als ein wichtiges Kaufkriterium. Ein Jahr zuvor war dies nur für 12,7 Prozent wichtig. Auch die Ansprüche an Beratung und Service steigen. Für sechs Prozent der Befragten ist ein guter Service ausschlaggebend für den Kauf.  Das wesentliche Entscheidungskriterium ist jedoch der Preis. Wie bereits die Offers.com-Studie zeigte, wollen die US-Bürger in diesem Jahr ihr Geld stärker zusammenhalten. Deshalb lassen sie sich vor allem von besonders starken Rabatten ködern (41,6 Prozent).

Damit ihnen diese auch nicht entgehen, werden Preise on- wie offline verglichen. Der auf dem Smartphone tippende Kunde wird in diesem Jahr noch häufiger in den Ladengeschäften zu sehen sein. Rund sechs Prozent der Befragten nutzen ein Smartphone um Preise im Laden mit Onlineangebote zu vergleichen. Im vergangenen Jahr machten dies nur 3,7 Prozent.

Smartphones und Tablets verändern das Shopping-Verhalten

Selbst unter den Smartphonebesitzern sind die mobilen Käufer eher die Ausnahme. Gerade einmal 14 Prozent der befragten Smartphonebesitzer schließen den Kauf auch mit dem Telefon ab. Am ehesten dazu bereit sind die jungen Amerikaner zwischen 18 und 24 Jahre. In dieser Altersgruppe wollen 72,2 Prozent ein Smartphone und 86,4 Prozent ein Tablet für die Weihnachtseinkäufe nutzen. Bei den Tabletusern liegt dieser Prozentsatz deutlich höher. Hier gaben der Studie zufolge fast 35 Prozent an, auch über das Tablet einzukaufen. Rund die Hälfte der Tabletbesitzer (50,8 Prozent) und knapp ein Drittel der Smartphonebesitzer (31 Prozent) vergleicht damit die Preise.  Von den Tabletnutzern suchten 21,5 Prozent gezielt nach Gutscheinen, auf dem Smartphone machen das nur 17,3 Prozent.

Für die Studie befragte Bigresearch im Auftrag der National Retail Federation 8.585 US-Bürger zwischen dem 4. und 11. Oktober 2011.

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