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Sonstiges 30.10.2007
Sonstiges 30.10.2007

Neue Rekordumsätze im deutschen E-Commerce

Fast eine Milliarde Euro mehr als im Vorjahr werden die Deutschen in diesem Jahr für Waren im Internet ausgeben, ermittelte TNS Infratest im Auftrag des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels.

Die Deutschen kaufen immer mehr über das Internet ein. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Verbraucherbefragung "Distanzhandel in Deutschland", die das Forschungsinstitut TNS-Infratest im Auftrag des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels (bvh) durchgeführt hat. Demnach investieren die Deutschen in diesem Jahr rund 10,9 Milliarden Euro in Online-Shopping - neun Prozent mehr als im Jahr 2006. Der Onlinehandel mit Waren erreicht damit einen Anteil von 39,5 Prozent am Gesamtumsatz des Versandhandels (27,6 Milliarden Euro in 2007).

Der Vorsitzende des Ausschusses E-Commerce im bvh und Geschäftsführer des Hamburger Versenders Globetrotter Ausrüstung, Thomas Lipke, sieht das Internet als Wachstumsmotor der Versandhandelsbranche. Die positive Entwicklung führt er auf die steigende Attraktivität des Interneteinkaufs zurück: "Neue dreidimensionale Produktansichten ermöglichen ganz andere Einblicke in das, was das Besondere der einzelnen Artikel ausmacht. Durch IPTV - also Fernsehen im Internet - kann außerdem eine ganz neue Erlebniswelt mit eigenen Geschichten rund um die Produkte aufgebaut werden."

Neben Waren kaufen die Deutschen für rund 5,9 Milliarden Euro digitale Dienstleistungen wie Downloads oder Online-Tickets im Internet ein. Davon entfallen 37 Prozent auf den Bereich Mobilität (Flugtickets, Bahntickets, Mietwagen), 34 Prozent auf Reiseausgaben (Pauschalreisen und Übernachtungen), 13 Prozent auf das Ticketing, neun Prozent auf Entertainment (z.B. MP3-Dateien, Klingeltöne, Spiele) und zwei Prozent auf Computer-Software. Addiert man diese Dienstleistungsumsätze (5,9 Mrd. Euro) mit den Online-Warenumsätzen des Versandhandels (10,9 Mrd. Euro) ergibt sich daraus eine Gesamtsumme aller deutschen Online-Shopping-Umsätze von rund 16,8 Mrd. Euro.

Nach Warengruppen betrachtet wird im Internet das meiste Geld für Bekleidung Textilien und Schuhe ausgegeben - in Summe rund 3,9 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,8 Mrd. Euro) und damit rund 40 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Darauf folgen Medien, Bild- und Tonträger mit insgesamt rund zwei Milliarden Euro (Vorjahr: 1,8 Mrd. Euro) sowie Unterhaltungselektronik mit rund 1,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,4 Mrd. Euro).

Spitzenreiter beim Onlinehandel sind Versender, die ihre Waren per Katalog und Internet anbieten. Sie legen im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf rund 4,2 Milliarden Euro Online-Umsatz zu (Vorjahr: 3,9 Mrd.). An zweiter und dritter Stelle folgen die Ebay-Powerseller mit rund 2,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,99 Mrd. Euro) und die reinen Internetanbieter, die auf 2,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,5 Mrd. Euro) Onlineumsatz kommen.

"Beim Warenkauf ist das Internet unangefochten der am häufigsten genutzte Bestellweg", so Lipke. Fast die Hälfte oder 48 Prozent (Vorjahr: 44 Prozent) der Versandhandelsaufträge werden inzwischen durchschnittlich online aufgegeben. Dabei nutzen auch Frauen den Computer immer stärker zum virtuellen Einkaufsbummel. Bei den von ihnen genutzten Bestellwegen hat das Internet inzwischen einen Anteil von 39 Prozent (Vorjahr: 34 Prozent). Über alle Altersgruppen hinweg (Männer und Frauen zusammen betrachtet) wird das Internet immer beliebter. 50 bis 59-Jährige geben ihre Bestellungen bereits zu 39 Prozent (Vorjahr: 34 Prozent) am Computerbildschirm auf. Bei der Altersgruppe ab 60 Jahre erfolgt bereits nahezu jede sechste Bestellung (15 Prozent, Vorjahr: 12 Prozent) online.

Ein erheblicher Teil der Internet-Bestellungen werde nach wie vor über den klassischen Katalog angestoßen, so Lipke: "Fragt man die Internetbesteller, ob sie sich vor ihrer Onlinebestellung im Katalog des jeweiligen Versenders informiert haben, antworten 73 Prozent mit Ja. Das zeigt, dass der gedruckte Katalog vor einigen Jahren zu Unrecht tot gesagt wurde. Er ist und bleibt beliebtes Nachschlagewerk."

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