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Big Data als Thema der DLD Conference
Sonstiges 20.01.2013
Sonstiges 20.01.2013

Big Data als Thema der DLD Conference Ein Nervensystem aus Zahlen

Handelt es sich bei "Big Data"um die Zukunft - oder nur um einen Hype? Und wie kann die Menschheit große Mengen an Informationen für den Fortschritt nutzen? Um diese Fragen drehen sich die Eröffnungsvorträge am ersten Tag der DLD Conference am Sonntag in München.

"Die Welt entwickelt ein neues Nervensystem - und es besteht aus Daten", erklärt Rick Smolan, Autor von "Human Face of Big Data". Der durchschnittliche Stadtbewohner sei heute täglich mehr Daten ausgesetzt als ein Mensch im 15. Jahrhundert in seinem gesamtem Leben.

Große Datenmengen bedeuteten jedoch nicht Überwachung, sondern eine neue Dimension des Wissens, so Smolan. "Was für eine Gruppe Datenmüll ist, kann für andere eine Goldgrube sein." Indem Wissenschaftler zum Beispiel untersuchten, wo Kriminelle vor ihren Taten gemeldet waren, konnten sie herausfinden, in welchen Vierteln Präventionsmaßnahmen besonders sinnvoll seien.

In fünf bis zehn Jahren werden Ärzte die DNA ihres Patienten analysieren, bevor sie ein Medikament verschreiben, glaubt der Auto. Und auch für ältere Menschen könnte die Erfassung und Nutzung ihre Daten eine große Hilfe sein. Eine Firma in den USA arbeite derzeit an einem Teppich, der Alarm gebe, wenn sich der Bewohner nicht wie gewohnt darauf bewege. "Big Data eröffnet uns viele Möglichkeiten - weit mehr, als mehr Sweatshirts zu verkaufen oder besseres Marketing zu machen."

Große Datenmengen könnten das Leben effizienter machen, sagt Dj Patil von Greylock Partners - indem die Heizung einer Wohnung sich beispielsweise selbst rechtzeitig hochschalte, bevor der Bewohner nach Hause komme. Entscheidend sei nicht, mehr Daten zu sammeln, sondern diese richtig zu interpretieren.

"Warum nutzen wir Daten nicht entsprechend?", fragt Patil und zitiert als Antwort Dan Ariely: "Big Data ist wie Teenagersex. Jeder redet darüber, keiner weiß, wie's geht, jeder denkt, dass es jeder andere macht, und deshalb behauptet jeder, es auch zu tun."

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