INTERNET WORLD Business Logo Abo
Peter F. Schmid von Parship zur Übernahme von 12like
Sonstiges 12.01.2011
Sonstiges 12.01.2011

Peter F. Schmid von Parship zur Übernahme von 12like "Wir wollen Mitglieder in unserem Unternehmen halten"

Will anderen Onlinedating-Plattformen Mitglieder abjagen: Schmid

Will anderen Onlinedating-Plattformen Mitglieder abjagen: Schmid

Parship hat 12like übernommen, einen Spezialisten für Partnersuche im erweiterten sozialen Netzwerk. internetworld.de sprach mit Parships CEO Peter F. Schmid über die Gründe für die Übernahme, klassische Zielgruppen und ob das Start-up ein Schnäppchen war.

Herr Schmid, Onlinedating-Plattformen gibt es viele. Warum haben Sie gerade für 12like entschieden?

Peter F. Schmid: In erster Linie ging es uns darum, über eine zusätzliche Plattform weitere Marktanteile zu gewinnen. Für 12like haben mehrere Aspekte gesprochen: Vor allem hat uns das Produkt sehr gut gefallen und die Art und Weise, wie es bei Facebook integriert ist.

Wie sieht die Einbindung aus?

Schmid: 12like ist eine eigenständige Plattform, die auf die Online-Partnersuche im erweiterten sozialen Netzwerk, zum Beispiel über Facebook, spezialisiert ist. Nutzer können sich bei 12like.com mit ihren Facebook-Daten einloggen oder direkt die 12like-Facebook-Applikation nutzen. 12like bietet ebenfalls einen Persönlichkeitstest. Nach der Auswertung wird den Nutzern dann angezeigt, wer gut zu ihnen passt und wann derjenige Zeit für ein Date hat. Das ist sehr spielerisch, da das Matching über die Auswahl von Fotos funktioniert.

Sie haben gerade von mehreren Gründen für die Übernahme von 12like gesprochen - welche weiteren Argumente haben eine Rolle gespielt?

Schmid: Das Team mit Gründer Dirk Wischnewski als Geschäftsführer ist sehr innovativ, ein echtes Start-up, dessen Büro auch in Berlin-Kreuzberg bleibt. Zudem ergänzen sich Parship und 12like sehr gut, da beide wissenschaftlich fundiertes Matchmaking anbieten - allerdings für unterschiedliche Zielgruppen.

Wie unterscheiden sich die Zielgruppen?

Schmid: Parship wendet sich klassischerweise an die über 30-Jährigen, 12like an die über 20-Jährigen, die Generation Facebook, die offener flirtet, direkter auf andere zugeht und zum Beispiel mit eigenen Fotos weniger zurückhaltend umgeht. Sie sehen also, es ist nicht nur eine Frage des Alters, welche Plattform sich besser eignet.

Was hat Sie die Übernahme gekostet?

Schmid: Zum Kaufpreis sagen wir nichts. 12like ist erst im April vergangenen Jahres gegründet worden, wir haben das Unternehmen also in einem sehr frühen Stadium übernommen.

Lesen Sie weiter, ob die Übernahme ein Schnäppchen war.

Es ging nicht darum, ein Schnäppchen zu machen

Die Plattform war also ein Schnäppchen?

Schmid: Es ging uns nicht darum, ein Schnäppchen zu machen, sondern das Unternehmen und das Team langfristig an uns binden.

Wie viele Mitglieder hat 12like?

Schmid: Eine fünfstellige Zahl, das ist natürlich wenig im Vergleich zu Parships zehn Millionen Mitgliedern. Aber das Marketing läuft ja auch erst an.

Ein Unterschied ist auch: 12like ist für die Nutzer gratis. Wird das so bleiben?

Schmid: Wir planen die Kostenpflichtigkeit für dieses Jahr. Ob die Mitgliedschaft über ein Abonnement oder die Nutzung bestimmter Features abgerechnet wird, steht noch nicht fest.

Da 12like vermutlich günstiger bleiben wird als Parship, ist es kein gutes Geschäft, wenn Sie Nutzer an 12like verlieren.

Schmid: Das stimmt. Uns geht es mit der Akquisition eher darum, Mitglieder, die nicht zu Parship passen, in unserem Unternehmen zu halten. Mit 12like wollen wir eher Menschen erreichen, die heute bei verschiedenen Dating-Plattformen wie zum Beispiel FriendScout24 sind.

Das könnte Sie auch interessieren