INTERNET WORLD Logo Abo
Sonstiges 13.09.2011
Sonstiges 13.09.2011

E-Mail-Marketing lebt Marketer nutzen 80 Prozent des Potenzials nicht aus

Stefan Tornquist vom US-Online-Marketing-Portal Econsultancy.com gab auf der US-Kongressmesse "Shop.org Annual Summit" zahlreiche Tipps, wie E-Mail-Marketer den ROI ihrer E-Mail-Kampagnen verbessern können.

In Zeiten von Social Media sehen sich E-Mail-Marketer immer wieder mit der Frage konfrontiert: Ist diese Form der direkten Kundenkommunikation nicht tot? Eine Blitzumfrage unter den Teilnehmern des "Bootcamps" auf der US-Kongressmesse "Shop.org Annual Summit" zeigt: Jedem anwesenden Teilnehmer ist die E-Mail-Adresse eines Kunden tausend Mal mehr wert als ein "Like" auf Facebook. "90 Prozent der Nutzer halten E-Mail für ein sehr bequemes Mittel, sich über eine Firma auf dem Laufenden zu halten", sagt Tornquist. "Und niemand will seine Finanzierungszusage über Facebook erhalten".

E-Mail ist für Kunden das wichtigste Branding-Tool, ist Tornquist überzeugt und nennt als Beleg diverse Studien, die zeigen, dass E-Mail-Marketing auf die Begriffe, nach denen Leute suchen, erheblichen Einfluss hat. Allerdings sei es für E-Mail-Marketer in den vergangenen Jahren zunehmend schwerer geworden, neue E-Mail-Adressen zu generieren. Umso wichtiger ist es, bestehende Adressen bestmöglich zu nutzen. Und hierfür hatte der Online-Marketing-Experte diverse Tipps parat:

1. Segmentieren Sie Ihre Adressen: Neukunden müssen anders angesprochen werden als Bestandskunden. Auch die Herkunft eines Kunden ist wichtig. Kommt ein Kunde über Google, ist er weniger vertraut mit der Marke und muss stärker zu seiner ersten Handlung motiviert werden. Versprechen Sie ihm, dass dadurch alles leichter wird.

2. Verschicken Sie an Neukunden Follow-Up-Mails nach 15, 30 oder 45 Tagen - je nach Produkt. Informieren Sie die Kunden über Ergänzungen zu ihrem gekauften Produkt, laden Sie sie zu Ihrem Bonusprogramm ein. Es geht nicht nur um Umsatz, sondern darum, in Kontakt zu bleiben.

3. Setzen Sie auf qualitativ hochwertige Inhalte in einem Bereich, in dem Sie Experte sind, und setzen Sie sich so in punkto Image von qualitativ schlechteren Mitbewerbern ab. Rabatte geben und Waren kostenlos verschicken kann jeder.

4. Nutzen Sie Automated E-Mail. 80 Prozent der E-Mail-Service-Provider bieten entsprechende Lösungen an, doch die meisten Firmen nutzen maximal 20 Prozent des Serviceangebots eines ESPs. Lassen Sie sich von ihnen helfen.

5. Scheuen Sie sich nicht davor, Nutzer häufig anzusprechen. Kunden sind in dieser Hinsicht toleranter als man glaubt. Das Problem ist meist nicht die Frequenz, sondern die Qualität der Inhalte.

6. Nehmen Sie sich fest vor, in jedem Quartal etwas Neues in Sachen E-Mail-Marketing auszuprobieren. Auch hier helfen Ihnen die E-Mail-Serviceprovider bei der Ideenfindung.

7. Personalisieren Sie Ihre Newsletter (HTML vs. Text, persönliche Ansprache mit Namen, individuelle Ansprache nach Verhalten).

8. Geben Sie den Empfängern die Möglichkeit, ihre thematischen Präferenzen festzulegen, aber lassen Sie sie nicht über die Frequenz entscheiden. Machen Sie dies allerdings nicht während der erstmaligen Anmeldung für den Werbenewsletter, sondern in einer zweiten Mail.

9. Segmentieren Sie Ihre Zielgruppen nach Öffnungsraten: Nutzer, die Ihre Mails häufiger öffnen als der Durchschnitt, aber weniger klicken, sollten stärker zur Aktion motiviert werden. Bei Nutzern, die Ihre Mails häufig öffnen und viel klicken, können Sie eventuell die Frequenz erhöhen. Nutzer, bei denen die Öffnungsraten unter, die Klickraten aber über dem Durchschnitt liegen, müssen die Subjects anders formuliert werden. Sie sind eventuell nur für bestimmte Produkte zu begeistern. Und bei Nutzern schließlich, bei denen Öffnungs- und Klickraten unter dem Durchschnitt liegen, sollte höflich angefragt werden, ob sie den Newsletter abbestellen wollen, sie könnten gefragt werden, wie man ihnen besser helfen kann oder ob der Newsletter eventuell überhaupt nicht in ihrem Postfach ankommt.

10. Verzichten Sie auf große Bildblöcke oben auf der Seite. Text ist Ihr Freund. Achten Sie darauf, wie der Newsletter bei Empfängern aussieht, bei denen Bilder blockiert werden.

11. Gestalten Sie Ihre Newsletter so, dass die wichtigsten Inhalte dort zu finden sind, wo die Nutzer als erstes hinschauen. Heatmaps zeigen, dass E, L und F sehr weit verbreitete Wahrnehmungsmuster sind. Die linke obere Ecke ist Ihr wertvollster Platz, Aufzählungszeichen nutzen ihn am besten aus.

12. Verzichten Sie auf generische Fotos. Zeigen Sie Produkte, die von authentischen Menschen genutzt werden. Die ziehen die Blicke deutlich stärker auf sich.

13. Nutzen Sie zwei oder drei Standard-Templates.

14. Achten Sie auf ihre Subjects: Finden Sie immer einen guten Grund, warum Sie dem Empfänger jetzt schreiben. Das kann beispielsweise ein neues Produkt sein.

15. Achten Sie auch darauf, dass Sie Ihren Nutzern einen guten Grund geben, ein E-Mail-Abonnent zu sein und kein Facebook-Fan. Ein Grund kann sein, dass er über Rabattaktionen früher informiert wird als alle anderen.

16. Testen Sie alle relevanten Erfolgskriterien Ihres E-Mail-Marketings in A/B-Tests gegeneinander: Betreffzeilen, Calls to Action, Landing-Pages, Textlängen, Bildplatzierungen, Header, Links, Versandtag, Versanduhrzeit. Versenden Sie an 30 Prozent Ihres Adressbestandes A/B-Testings. 70 Prozent erhalten den normalen Newsletter.

17. Achten Sie darauf, dass die höchste Klickrate nicht automatisch die höchste Konversionsrate bedeutet. Nur wenn Sie Vertrauen aufbauen, erzielen Sie auch Umsatz.

18. Bitten Sie neue Mitarbeiter um ein objektives Urteil über die Qualität Ihrer E-Mail-Kampagnen.

Das könnte Sie auch interessieren