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DHL: Details zum Paketkonzept 2012
Sonstiges 05.10.2011
Sonstiges 05.10.2011

DHL: Details zum Paketkonzept 2012 Grundversorgung statt Convenience

"Wer glaubt, es geht um die letzte Meile, hat die Entwicklung verpasst. Inzwischen geht es um die letzten Zentimeter." Mit diesen Worten startet Andrej Busch, Leiter des Paketgeschäfts von DHL, auf dem Versandhandelskongess in Wiesbaden seine Präsentation dessen, wie DHL den Versandhandel transformieren will.

Bereits vor einigen Wochen meldete die Presse, dass DHL die stolze Summe von 750 Millionen Euro in den Ausbau des eigenen Paketkonzepts und eine neue Infrastruktur für den Versandhandel investiert. "Experten gehen davon aus, dass der Versandhandel rund 15 Prozent der gesamten Einzelhandelsumsätze abdecken kann. Und ich persönlich halte diese Schätzung sogar noch für zu konservativ", sagt Busch. Doch um dieses Volumen handeln zu können, brauche man eine andere Infrastruktur.

"Wir bauen ein Netzwerk, das das doppelte Paketvolumen abwickeln kann", sagt Busch. "Und wir bauen unsere Kommunikation mit der Zielgruppe aus, die künftig mehr über den Versandhandel bestellen soll." Kunden sollen in Echtzeit Einblick über den Lieferstatus aller bestellten Pakete bekommen und vor allem in Echtzeit in den Lieferprozess eingreifen können, sei es durch die Angabe eines alternativen Wunschliefertermins oder einer alternativen Zustelladresse.

Aktuell gehe es im Versandhandel vor allem um Convenience, künftig soll der Versandhandel die Grundversorgung der Menschen übernehmen. "80 Prozent der Dinge, die Sie kaufen, sind immer gleich", sagt Busch. Das seien Tonnen, die Kunden im Laufe ihres Lebens nach Hause schleppen und dafür Tausende von Kilometern zurücklegen. "Hier wird eine weitere Transformation des Versandhandels stattfinden", ist Busch überzeugt. Und die Hauptbetroffenen seien Arzneimittelhändler, Lebensmittelhändler und Drogerieartikel-Retailer. "Damit sich der Versand rechnet, müssen Versender einen Weg finden, Kunden dazu zu motivieren, mehr einzukaufen. Das gibt es heute zu wenig. Doch hier liegt eine große Chance für Logistik und Handel, hier eine Grundversorgung aufzubauen."

Konkret rüstet sich DHL für die Zukunft, indem das Hauptlaufnetz neu gestaltet wird und die Laufzeiten verkürzt werden. Das bedeutet, dass wir unsere Cut-Off-Zeiten verlängern und Händler eine verlängerte Einlieferzeit bis zirka 21.00 Uhr haben, um ihre Ware noch am nächsten Tag beim Kunden ausliefern lassen zu können." Deutschlandweit liege die Next-Day-Delivery-Quote bei 95 Prozent, in Ballungsräumen bei annähernd 100 Prozent.

Darüber hinaus solle die Frachtzentren aufgebohrt und die Sortierkapazitäten verdoppelt werden. Schon heute habe DHL die Sortierkapazität an zehn Standorten um 40 Prozent erhöht. Auch die komplette IT werde ausgetauscht und um Echtzeit-Sendungsverfolgung und Echtzeit-Rerouting erweitert. Und im Bereich Auslieferung sollen die Zustellbezirke verkleinert werden, um die Quote von erfolgreichen Erstzustellungsversuchen zu steigern.

Die Investitionen will DHL durch eine Steigerung der ausgelieferten Pakete abfedern. "Je mehr Pakete wir in der letzten Meile haben, desto höher ist die Wertschöpfung."

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