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Sonstiges 03.12.2010
Sonstiges 03.12.2010

Usability-Tipps für Shopbetreiber

Einkaufshilfen für Onlineshopper

Benutzerfreundlichkeit ist eine Grundvoraussetzung für den Erfolg von Onlineshops. Fehler bedeuten: entgangene Geschäfte. Welche Regeln Sie im E-Commerce beachten müssen, erklärt Andreas Schwend, Managing Partner bei dmc digital media center.

1. Fragen Sie Ihre Zielgruppe, wo und wie sie Website-Elemente erwarten würde

Nehmen wir an, Ihr potentieller Kunde ist auf der Suche nach einer Diesel-Jeans für Männer. Bei Frontlineshop werden ihm mehrere Navigationsmöglichkeiten angeboten. Zum einen über den Menüpunkt "Shop", wo ihm Kategorien angeboten werden, zum anderen über den Markeneinstieg "Brands". In beiden Fällen ist die Führung zum Ergebnis intuitiv und logisch.

Das bedeutet: platzieren Sie Navigationselemente, Module und Funktionen möglichst an den Stellen im System, wo der User sie erwartet. Die Erwartungshaltung hängt unter anderem von den Erfahrungen der Nutzer ab, die sie im Lauf der Zeit beim Surfen auf verschiedenen Internetseiten und beim Bestellen in Onlineshops sammeln.

2. Achten Sie auf Konsequenz im Shop

Benennen Sie Funktionen, wie zum Beispiel Buttons, für den Nutzer richtig und zielführend. Achten Sie darauf, dass ein und dieselbe Funktion, wenn sie über mehrere Seiten im Shop integriert wird, einheitlich benannt und konsistent platziert wird. Der User soll möglichst schnell entscheiden können, ob er auf einen Button klickt oder nicht. Neben der richtigen Benennung ist Konsistenz auch im Hinblick auf Farben, Formen und Schriften zu wahren.

3. Nicht zu viele Informationen auf einen Blick zeigen

Wie gehen Sie vor, wenn Sie sehr viele Informationen auf einer Seite unterbringen möchten und die Seite gleichzeitig nicht überfrachtet werden soll? Am besten ist es, Sie zeigen wichtige Inhalte auf den ersten Blick und "verstecken" zusätzliche Informationen hinter entsprechend gekennzeichneten Reitern. Ebenso können Sie Informationen per Klick oder bei Mouseover auf einem sogenannten Layer einblenden lassen. Eine andere Möglichkeit sind sogenannte Anker. Hierbei handelt es sich um Verlinkungen zu Inhalten auf derselben Seite. Bei Klick auf einen Anker, der sich im sichtbaren Bereich der Seite befindet, scrollt die Seite zum Beispiel runter bis zur gewünschten Information.

4. Buchstabensalat richtig formatieren

Die Lesbarkeit von Texten wird durch den Einsatz einer Bildschirm-Schrift verbessert. Neben dem richtigen Schrifttyp sollten Sie darauf achten, dass die Schrift groß genug ist (Richtwert 12 bis 14 Pixel, je nach Schriftart), ein ausreichender Zeilenabstand gesetzt ist und ein guter Kontrast zum Hintergrund besteht.

Strukturieren Sie Ihre Texte durch Überschriften und Absätze. Setzen Sie lieber Stichpunkte als lange Texte ein. Kontinuierliches Lesen am Bildschirm wird durch eine Zeilenlänge von 40 bis 80 Zeichen erleichtert

5. Helfen Sie beim Checkoutprozess

Der erste Schritt ist getan: Der Nutzer hat sich für ein Produkt entschieden und es in den Warenkorb gelegt. An der Kasse angekommen wird er mehrere Formulare korrekt ausfüllen müssen, sonst erscheint eine Fehlermeldung. Fehlerbehebungen sind für den User lästig und zeitaufwendig. Beide Gründe können zu einem Bestellabbruch führen.

Fragen Sie am besten ausschließlich Daten ab, die sie unbedingt für eine Bestellung benötigen. Unterstützen Sie Ihre User dabei, korrekte Daten einzugeben, indem Sie Pflichtfelder kennzeichnen, Erläuterungen zu den Eingabefeldern geben oder Hilfsinformationen bei Bedarf einblenden. Gestalten Sie Korrekturhinweise so, dass Ihr Kunde schnell erkennt, was er falsch gemacht hat. Zeigen Sie mehrere Fehlermeldungen gleichzeitig an. Markieren Sie Eingabefelder, die falsch ausgefüllt oder leer gelassen wurden. Schreiben Sie zudem Korrekturhinweise in einer für den User verständlichen und natürlichen Sprache.

Und immer an den Käufer denken

6. Optimieren Sie Ihre Ladezeiten

Schnelle Ladezeiten sind sehr wichtig für den Erfolg eines Onlineshops. Wenn der User zu lange warten muss, bis eine Seite vollständig geladen wird, verlässt er womöglich den Webshop oder bricht seine Bestellung ab. Finden Sie deshalb einen guten Kompromiss zwischen hoher Bildgröße und kurzer Ladezeit.

7. Verwenden Sie bewährte Navigationskonzepte

In Shops haben sich zwei Varianten durchgesetzt: die horizontale Hauptnavigation und die Hauptnavigation in der linken Spalte. Für Ihre Navigationsstruktur sollten Sie einen Kompromiss zwischen Navigationsbreite (Anzahl der Hauptmenüpunkte) und Navigationstiefe finden. Sortieren Sie Ihr Sortiment aus Kundensicht und erleichtern Sie Ihren Shop-Besuchern die Orientierung im System, indem Sie eine sogenannte Breadcrumb, den Klickpfad, anzeigen.

8. Gestalten Sie Ihre Webseite zielgruppengerecht

Ein kreatives Website-Design und tolle Features können die Freude an der Website-Benutzung steigern. Auf der anderen Seite könnten manche Nutzer durch komplexe Funktionen und ein unkonventionelles Design überfordert werden. Achten Sie vor der Designentwicklung darauf, dass Ihre Benutzergruppen klar definiert werden. Stellen Sie Ihre Zielgruppe(n) beim Shopdesign, der Produktdarstellung und der Entwicklung von Funktionen klar in den Mittelpunkt.

9. Bieten Sie Silver Surfern Orientierung

Digital Natives wachsen bereits mit Facebook, iPad und Mobile Commerce auf. DieseZielgruppe steht den sogenannten Silver Surfern gegenüber, die sich die Internetnutzung teilweise erst aneignen müssen. Unterstützen Sie deshalb Ihre Silver Surfer beim Shopping, indem Sie Navigationselemente deutlich von rein informativen Inhalten abheben, Interaktionselemente wie Buttons mit einem hohen Kontrast zum Hintergrund versehen und Icons beschriften. Geben Sie Silver Surfern eine eindeutige Rückmeldung (Feedback) auf eine ausgeübte Interaktion, wie "Sie haben soeben folgendes Produkt in den Warenkorb gelegt". Texte werden generell von Silver Surfern am Bildschirm eher gelesen als von Digital Natives. Erläutern Sie zudem den Kaufprozess. Ihre Zielgruppe wird es Ihnen danken.

10. Erleichtern Sie das Finden von Produkten

Vereinfachen Sie Ihren potenziellen Kunden das Auffinden von Produkten durch den Einsatz einer sogenannten Suggestion Search. Diese Suchfunktionalität listet Suchwortvorschläge auf, sobald der User ein Suchwort in das Suchfeld eingibt. Fehlerhafte Suchworteingaben werden dadurch vermieden. Ihre Suche sollte zudem fehlertolerant sein, also Tipp- und Rechtschreibfehler ignorieren und dem User bei einer fehlerhaften Suchworteingabe einen Hinweis auf den Tippfehler geben. Das Wichtigste an der Suche ist allerdings, dass sie richtige Ergebnisse liefert.

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