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Deutsche Post startet den E-Postbrief
Sonstiges 14.07.2010
Sonstiges 14.07.2010

Deutsche Post startet den E-Postbrief Das Briefgeheimnis im Internet

Gegenwind für die De-Mail-Initiative der Bundesregierung: Die Deutsche Post, die Anfangs ebenfalls noch hinter De-Mail stand, startet heute seinen Konkurrenzdienst E-Postbrief. Dabei werden E-Mails wahlweise elektronisch oder in gedruckter Form zugestellt.

Der E-Mailversand soll ähnlich wie bei De-Mail durch eine spezielle Authentifizierung und Übertragung deutlich sicherer als bislang sein. Die User können sich ab sofort eine E-Postbrief-Adresse mit der Endung @epost.de reservieren. Dazu müssen sie sich per Postident-Verfahren in einer Postfiliale identifizieren. Dadurch sollen anonyme E-Mails, Spam und auch Adressdiebstahl der Vergangenheit angehören. Zunächst wird der zur Freischaltung benötigte Code per Brief zugestellt. Ab November 2010 soll dieser Schritt dann entfallen.

Zur Authentifizierung kommt zusätzlich das aus dem Onlinebanking bekannte HandyTAN-Verfahren zum Einsatz. Jeder Brief erhält eine qualifizierte elektronische Signatur der Deutschen Post. Der Onlinebrief kostet wie gewohnt 0,55 Euro. Der Nutzer kann dabei jedoch wählen, ob sein Brief elektronisch übermittelt oder ausgedruckt und durch den Briefträger seinen Empfänger erreichen soll. Zusatzleistungen wie Einschreiben oder Farbausdrucke sollen nach den Vorstellungen des Unternehmens jedoch extra kosten. "Wir bringen das Briefgeheimnis ins Internet", gibt sich Jürgen Gerdes, Konzernvorstand Brief zuversichtlich. Der Erfolg hängt letztlich aber ebenso wie bei De-Mail von der Akzeptanz der Nutzer ab.

Unternehmen und Verwaltungen sollen von diesem Dienst profitieren und bis zu 60 Prozent der Kosten für die Postbearbeitung einsparen können. Dafür werden die Geschäftskunden über ein gesichertes Gateway an das Postsystem angebunden. Hierbei authentifizieren und autorisieren sich die beiden verknüpften Systeme gegenseitig, um die Identität des jeweils anderen zu überprüfen. Als erste Kunden konnte die Deutsche Post dafür das Softwareunternehmen SAP und den Versicherungskonzern Allianz gewinnen, die den E-Postbrief in ihre jeweiligen Kommunikationssysteme einbinden wollen.

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