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Wie bei Hänsel und Gretel
Sonstiges 16.02.2009
Sonstiges 16.02.2009

Bookmarking für Lieblingsorte

Das neue Startup Tagcrumbs will mit Social-Placemarking Geld verdienen.

Das neue Startup Tagcrumbs will mit Social-Placemarking Geld verdienen.

Bei der Community Tagcrumbs ist der Name Programm: User können ihre Lieblingsorte mit Informationskrümeln taggen und diese mit anderen Nutzern teilen. Das Portal, das Anfang Februar startete, ist ein Social-Bookmark-Dienst - allerdings nicht für Webseiten, sondern für geografische Orte.

Nach einer kostenlosen Registrierung kann man mit wenigen Mausklicks seine Lieblingsorte im Portal anlegen und dazu beschreibende Hinweise geben. So lässt sich der Lieblingsitaliener ebenso erfassen, wie der Baum, unter dem man seine Liebste das erste Mal geküsst hat. Der Austausch der Geokrümel ist nicht nur etwas für Touristen. Auch spannende Punkte für Naturkundler oder Freizeitsportler können zusammen mit einer auch längeren Beschreibung gespeichert werden. "Bei uns können zum Beispiel Architekten die Häuser markieren, die sie gebaut haben", beschreibt Sascha Konietzke, einer der drei Gründer von Tagcrumbs, die Vorteile des liberalen Placemarking gegenüber personalisierten Karten wie bei Googles Mymaps. "User können ähnlich wie im Märchen von Hänsel und Gretel kleine Informationskrümel hinterlassen, um sich an Orte zu erinnern."

Die Bookmarks werden zusammen mit GPS-Daten gespeichert und erleichtern so das Wiederfinden. Für einen visuellen Eindruck können auch Bilder hochgeladen und Links gesetzt werden. Wichtigstes Element dabei ist die Möglichkeit, Informationen und Tags zu den gemerkten Punkten zu speichern. Durch die Verschlagwortung lassen sich die Ergebnisse leichter wiederfinden. Der Nutzer kann bereits vorhandene Plätze anderer Mitglieder in seine eigene Sammlung importieren. Die Ausgabe der Daten erfolgt bei Tagcrumbs in Listenform und nicht wie bei den meisten Diensten mithilfe von großen Karten. Davon versprechen sich die Entwickler eine deutlich optimierte Übersichtlichkeit.

Mobile Websurfer im Blick

Die Idee zu dem Startup kam Benedikt Foit, Sascha Konietzke und Cornelius Rabsch im April 2008. Seitdem haben sie die Idee zu einem Portal weiterentwickelt. Dabei sehen sich die Unternehmer nur selten, denn sie sitzen in verschiedenen Städten und kommunizieren vor allem per Messenger.

Die Gründer haben aber nicht nur PC-Nutzer im Visier, sondern setzen vor allem auf den Durchbruch beim mobilen Internet. Aktuell entwickeln die drei Jungunternehmer eine Anwendung für Apples iPhone. Sascha Konietzke: "Der Prototyp funktioniert schon, aber wir wollen das in den nächsten ein bis zwei Monaten noch ein bisschen ausbauen." Damit können die Nutzer über ein GPS-fähiges Gerät in Echtzeit von unterwegs ihre Placemarks anlegen und sie ihren Freunden zur Verfügung stellen. "Die Erfahrung, die wir bisher gesammelt haben, zeigt, dass die Benutzer nicht so begeistert davon sind, die Punkte im Nachhinein irgendwo einzutragen",sagt Sascha Konietzke, "Wenn ich einen interessanten Punkt habe, dann möchte ich die Daten in zehn Sekunden gespeichert haben, sonst ist das den Meisten zu aufwändig." Die Community ist als offenes System konzipiert, welche eine API für Programmierer bietet, wovon sich die Macher in kurzer Zeit einige neue Anwendungen versprechen.

Ursprünglich verzichteten die Unternehmer auf die meisten Web2.0-Funktionen und legten den Fokus auf das Anlegen und Verwalten von Bookmarks. "Anfangs wollten wir keine Kommentarfunktion einbauen, weil es genug Social Communities gibt. Aber nun werden wir diese Funktion doch einbauen, weil so viele Nutzer mit den anderen Leuten in direkten Kontakt treten wollen, um sie beispielsweise auf einen falschen Ort hinzuweisen", erklärt Konietzke das nächste Ziel der Unternehmer.

Geld verdienen will das Startup in absehbarer Zeit durch gezielte Werbeschaltungen insbesondere auf mobilen Endgeräten. Durch die genauen Informationen darüber, wo sich die Nutzer befinden, lassen sich sehr präzise Verbraucherinformationen anbringen. "In ein bis zwei Jahren werden die meisten jüngeren Leute eine Flatrate für das mobile Internet und entsprechende Geräte dafür haben, womit sie diese Applikationen auch nutzen können", so Konietzke.

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