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Schwarzer Tag für deutsche Webshops
Sonstiges 02.12.2013
Sonstiges 02.12.2013

Performance der deutschen Webshops Black Friday wird zum schwarzen Tag

Der Black Friday hat sich längst nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande zu einem echten Umsatzbringer für Internet-Händler entwickelt. Eine Studie von Keynote zeigt jedoch, dass viele Webshop-Betreiber in Deutschland nur unzureichend auf den Ansturm vorbereitet waren.

Es ist ein Horror-Szenario für Online-Händler: Die angebotene Ware ist gut, die Käufer sind bereit, Geld auszugeben, und bereits in den Webshop gelotst - und dann bricht der Shop unter dem Ansturm zusammen. Doch genau das ist vielen Internet-Händlern passiert, und zwar ausgerechnet am Black Friday, einem der größten Umsatzbringer des Jahres. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Keynote, weltweiter Anbieter von Internet- und mobilem Cloud-Monitoring und Testing.

Der Erhebung zufolge, bei der die Websites von 16 ausgewählten Webshops am Black Friday (29. November 2013) untersucht wurden, erhöhten sich die Ladezeiten der getesteten Anbieter zum Teil erheblich. Bei Amazon.de beispielsweise, dessen Ladezeiten sich in der Regel erst abends verlängern, stiegen die Ladezeiten am Black Friday bereits ab 12 Uhr mittags von den durchschnittlich drei Sekunden eines normalen Tages auf weit über zehn Sekunden an - mit gelegentlichen Timeouts von bis zu 60 Sekunden. Abend erhöhten sich die Werte dann zeitweise sogar auf über 40 Sekunden.

Lange Ladezeiten und technische Timeouts

Beim Elektronikhändler Saturn, der den Black Friday auf ein "Black Weekend" verlängerte, erhöhte sich am Freitagmittag gegen 11 Uhr die Ladezeit der Homepage schlagartig, die Folge waren Fehlermeldungen aufgrund von Timeouts, die bis in den Nachmittag hinein sporadisch auftraten. Zu Timeouts kam es auch bei Redcoon, dessen Seite gegen 10:30 Uhr offenbar deaktiviert wurde, bevor sie gegen 12:10 Uhr wieder online ging. Die meisten Zugriffe erfolgten zwischen 16:30 Uhr und 18:30 Uhr, die Ladezeit stieg kurzfristig auf mehr als 30 Sekunden an.

Ein getrübten Shopping-Vergnügen erwartete zeitweise auch die Nutzer von Cyberport: Bereits an 7 Uhr morgens kam es zu langen Ladezeiten und technischen Timeouts, gegen 11 Uhr wurden laut Keynote einige Content-Probleme auf der Homepage behoben - die Ladezeit sank von 30 Sekunden im Schnitt auf unter zehn Sekunden.

Auch mobil liegt einiges im Argen

Bei den Ergebnissen der mobilen Messungen wurde sichtbar, dass sich die eingeschränkte Verfügbarkeit von Cyberport, Redcoon und Saturn bei dem Smartphone- und Tablet-Werten ebenfalls niederschlägt. Der beste Performance-Wert wurde beim Schuhhändler Deichmann gemessen: 3,03 Sekunden bei Smartphones und sogar nur 2,88 Sekunden für Tablets.

Die Verfügbarkeit der anderen Teilnehmer im Testzeitraum war sehr gut, konstatieren die Studienautoren, auch wenn bei vielen untersuchten Webshops gewisse Beeinträchtigungen (siehe Tabelle) auftreten. Dies hat den Autoren zufolge ganz unterschiedliche Ursachen: Einige Shops haben nachts ein Wartungsfenster, andere zeigen zum Beispiel personalisierten Anzeigen-Content aus einem externen System, dessen Verfügbarkeit schwankt und der somit die technische Ladezeit der Homepage beeinflusst.

Auch wenn einige Anbieter wie Amazon ("Cyber Monday Woche") oder Conrad "Black Week") den Black Friday in Deutschland gleich zu einer ganzen Aktionswoche nutzten, erfolgte die Messung von Keynote lediglich am 29. November 2013 zwischen 0 Uhr und 24 Uhr. Getestet wurden die Webshops von Amazon, Conrad, Cyberport, Deichmann, Euronics, Home24, Kaufhof Galeria, Lenovo, Medion, Notebooksbilliger, Parfumdreams, Pearl, Redcoon, Saturn, Sony und Zalando.

Worauf Webshop-Betreiber bei der Auswahl des richtigen Providers achten sollten, um Pannen wie den oben beschriebenen aus dem Weg zu gehen, verrät INTERNET WORLD Business in einem Praxistipp. Darin erklärt der IT-Sourcing-Spezialist Easynet wie Sie "Zehn Fehler beim Hosten von Online Shops" vermeiden können. Denn dass die Technik entscheidend für den Online-Verkaufserfolg ist, zeigt unter anderem eine Studie von Loudhouse im Auftrag von Riverbed Technology.

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