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Unister Schild an einer Hauswand
Sonstiges 26.01.2017
Sonstiges 26.01.2017

Steuerhinterziehung und Betrug Unister-Prozess gegen ehemalige Manager geht weiter

Unister
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Fortführung des Verfahrens: Heute geht in Leipzig der Prozess gegen drei ehemalige Unister-Manager weiter. Ihnen wird Steuerhinterziehung und Computerbetrug vorgeworfen.

Vor dem Landgericht Leipzig wird am Donnerstag der Prozess gegen drei frühere Manager des insolventen Internet-Riesen Unister fortgesetzt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen das unerlaubte Betreiben von Versicherungsgeschäften, Steuerhinterziehung und Betrug an Zehntausenden Kunden des einstigen Schwergewichts im Internet-Reisegeschäft vor.

Der ehemalige Finanzchef des Unternehmens hatte zum Prozessauftakt angekündigt, er werde sich umfassend zu den Vorwürfen äußern. Derzeit sind für den Prozess 18 Verhandlungstage veranschlagt. Allerdings ist es gut möglich, dass dieser Zeitraum nicht ausreichen wird.

Wäre der Unister-Chef Thomas Wagner nicht im Juli bei einem Flugzeugabsturz auf dem Rückweg von Venedig tödlich verunglückt, würde er heute in Leipzig ebenfalls auf der Anklagebank sitzen. Nach seinem Tod meldete der Konzern wenig später Insolvenz an. Der Verdacht der Steuerhinterziehung und der illegalen Geschäftemacherei blieb während der Zeit immer bestehen.

Mysteriöser Betrug

Unabhängig von dem aktuellen Prozess ist die Justiz mit weiteren Ermittlungen rund um Unister beschäftigt. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden versucht, einen mysteriösen Betrug aufzuklären, dem Wagner vor seinem Tod zum Opfer fiel. Er hatte in Venedig einem angeblichen israelischen Diamantenhändler 1,5 Millionen Euro übergeben. Im Gegenzug hoffte er auf 15 Millionen Euro Kredit für sein klammes Unternehmen, bekam aber Falschgeld angedreht. Auf der Rückreise aus Venedig stürzte dann sein Kleinflugzeug ab. Gegen einen 69 Jahre alten mutmaßlichen Vermittler dieses "Rip-Deals" ist inzwischen Anklage erhoben worden.

Unterdessen ist die Zukunft der Unister-Reisesparte geklärt. Kurz vor Weihnachten teilte der Insolvenzverwalter Lucas Flöther mit, dass der tschechische Investor Rockaway Capital SE das Travelgeschäft übernimmt. Alle 520 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Nun steht noch das sogenannte Non-Travel-Geschäft von Unister zum Verkauf. Nach Angaben des Insolvenzverwalters hatte das gesamte Unternehmen zuletzt noch rund 800 Mitarbeiter.

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