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Sonstiges 28.08.2017
Rossmann
Sonstiges 28.08.2017

Oberlandesgericht Celle

Rossmann verurteilt wegen Schleichwerbung mit Influencer

shutterstock.com/r.classen
shutterstock.com/r.classen

Influencer auf Instagram oder anderen Social-Media-Kanälen müssen bezahlte Posts ausreichend als Werbung für Unternehmen kennzeichnen. Das bekam schmerzhaft die Drogeriemarktkette Rossmann zu spüren.

Wenn ein Unternehmen einen Blogger oder Influencer für eine Kampagne bucht, muss dieser in seinen Posts auf das Kooperationsgeschäft aufmerksam machen. Das ist in Deutschland allerdings in vielen Fällen immer noch ein Graubereich, die Geister scheiden sich an Kennzeichungen wie #ad, #advertisement oder #Sponsored. Dass der Influencer-Hype Marken auch teuer zu stehen kommen kann, musste nun Rossmann erfahren. Die Drogeriemarktkette wurde vom Oberlandesgerichts Celle wegen Schleichwerbung mit einem Instagram-Star verurteilt, berichtet das Manager Magazin.

Das Unternehmen hatte einen 20-jährigen Instagram-Star mit 1,3 Millionen Followern gebucht, um für das Online-Angebot zu werben. Dieser hatte mit dem Hashtag #ad auf die bezahlte Werbung hingewiesen. Für das Gericht war die Kennzeichnung an zweiter Stelle von insgesamt sechs verschiedenen Hashtags allerdings unzureichend. Es urteilte, dass werbliche Instagram-Posts "auf den ersten Blick" erkennbar sein müssen. Die Entscheidung ist laut Gericht nicht anfechtbar.

Bei Wiederholung bis zu 250.000 Euro Ordnungsgeld

Geklagt hatte der Verband Sozialer Wettbewerb. Er mahnte rund zwei Dutzend Instagram-Influencer wegen Schleichwerbung ab, darunter auch Mode-Star Caro Daur. Einige Influencer hätten bereits eine Unterlassungserklärung unterschrieben. Bei Wiederholung drohe eine Vertragsstrafe von 5.100 Euro.

Áuch für Rossmann kann ein neues Vergehen teuer werden: Sollte das Unternehmen erneut "unter Einschaltung Dritter" für "kosmetische Produkte (...) werben, ohne den geschäftlichen Zweck der Werbung für diese Produkte kenntlich zu machen", droht ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro - für jeden Fall der künftigen Zuwiderhandlung.

Instagram selbst arbeitet indes offenbar an einer Lösung, um bezahlte Posts deutlicher kenntlich zu machen.

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