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Virginia Salas Kastilio snappt in New York

Snapchat-Expertin Kastilio "Influencer kosten mindestens 4.000 US-Dollar pro Story"

Virginia Salas Kastilio
Virginia Salas Kastilio

Snapchat und Instagram ähneln sich immer stärker. Im Fokus stehen dabei oft "Stories". Ein Interview mit Influencerin Virginia Salas Kastilio über die Unterschiede, Vor- und Nachteile und Spezialitäten der Dienste.

Virginia Salas Kastilio ist Social-Media-Strategin und leitet ihre eigene Beratung. Seit 2012 ist sie auf Snapchat aktiv und seit Mai 2015 nutzt sie den Dienst mit dem kleinen Geist im Logo als Power-Nutzerin. Seit März 2016 gehört auch Instagram zu ihrem Repertoire.
 
Unter dem Namen "Ginicanbreathe" folgen der Influencerin in der Zwischenzeit auf Snapchat rund 80.000 User. Auf Instagram sind es immerhin schon 8.000. In die Account-Pflege steckt die 27-Jährige jeden Tag mindestens zwei Stunden. Momentan ist sie unter anderem für den Aufbau des Snapchat-Kanals von "BBC One" zuständig. 

Wir haben mit Virginia Salas Kastilio über die Unterschiede und Besonderheiten von Instagram und Snapchat sowie die Eigenheiten der Stories-Features gesprochen. 

Wie unterscheiden sich die Story-Formate von Instagram und Snapchat?
Virginia Salas Kastilio:
Snapchat ist verspielter - mit den Gesichtsfiltern, den Emojis und den Snapchat Spectacles. Allerdings muss man sagen: Snapchat hatte eben auch mehr Zeit, sich in diesem Umfeld aufzubauen.

Wen erreiche ich über welche Plattform?
Salas Kastilio:
Instagram und Snapchat sind "Millenial Platforms". Der Unterschied liegt darin, dass sich deutlich mehr Firmen an Instagram herantrauen, weil Instagram seit längerer Zeit etabliert ist und zu Facebook gehört. Das Vertrauen in die Plattform ist größer. Da deutlich weniger Unternehmen auf Snapchat aktiv sind, ist hier die Conversion-Rate deutlich höher. Follower werden schneller zu Käufern.

Welche Plattform bietet Unternehmen die größere Reichweite?
Salas Kastilio:
Auf Instagram ist es leichter, die Followerzahl zu steigern. Dafür haben Unternehmen auf Snapchat die größere Reichweite, wenn man sich die Qualität der Interaktionen und die Conversions ansieht. 

Wie können Unternehmen am effektivsten Reichweite aufbauen?
Salas Kastilio:
Durch "viral content" auf anderen Plattformen wie Facebook und Youtube. Die Menschen vergessen heutzutage immer, dass man wirklich etwas Außerordentliches machen muss, um in die Nachrichten zu kommen. So war es schon immer. Wer gute Ideen umsetzt, kann als Firma große Erfolge erzielen. Das Motto sollte lauten: Einfach mal anders sein.

Wodurch zeichnen sich Snapchat und Instagram aus?
Salas Kastilio:
Snapchat ist der Fernsehkanal der Millenials. Es ist verspielter, viel natürlicher und ungeschminkter als Instagram. Da der Nutzer die Historie der Kanäle nicht einsehen kann und die Person im Moment erlebt, gibt es insgesamt weniger Vorurteile. Instagram dagegen glänzt mehr. Es ist ein "Behind the Scenes"-Kanal. Es gestattet den Blick hinter die perfekte Fassade des symmetrischen Essens und der schönen Models.

Snapchat hat die Stories etabliert. Kann es trotzdem etwas vom Instagram-Klon lernen?
Salas Kastilio:
Ja, die Filter und die Glitzerschriften von Instagram sind besser.

Und andersherum?
Salas Kastilio:
Den größten Nachholbedarf gibt es bei der Sichtbarkeit. Bei Instagram gibt es über dem Feed nur 4,5 Stories zu sehen. Die Conversion vom reinen Follower zum Zuschauer ist deshalb nicht sonderlich hoch. Instagram ist immer noch hauptsächlich ein Fotoalbum und kein 24-Stunden-Fernsehkanal.

Wie unterscheiden sich die Werbe- und Marketingmöglichkeiten?
Salas Kastilio:
Der Einstieg ist für Unternehmen auf Instagram leichter. Bereits mit 15 US-Dollar kann man einen "Boosted Post" starten. Für 500 bis 1.000 US-Dollar bekommt ein Unternehmen eine ordentliche Reichweite.

Bei Snapchat ist das komplizierter. Man muss mit Snapchat-Influencern zusammenarbeiten. Die Preisspanne beginnt bei circa 4.000 US-Dollar pro Story an und kann bei 40.000 US-Dollar enden. Für Stars wie "DJ Khaled" mit zehn Millionen Followern sind es dann sogar 100.000 US-Dollar. Wer direkt zu Snapchat geht, zahlt für einen 24-Stunden-Filter in einer Stadt 20.000 US-Dollar, für den Gesichtsfilter werden 80.000 US-Dollar fällig und die Teilnahme an Discover kostet jährlich ein paar Millionen. Wenn man einem Projekt Zeit gibt, zahlt sich Snapchat auf Dauer mehr aus, weil es zu einer viel größeren Brand Awareness führt.

Wenn Sie sich entscheiden müssten: Instagram oder Snapchat?
Salas Kastilio:
Eindeutig Snapchat. Dort fühle mich eher Zuhause, habe mehr Zuschauer. Die Zuschauer sind aktiver und reagieren häufiger auf meinen Content. Es gibt eine Community, die nur in dieser Form auf Snapchat existiert. Das ist einmalig.

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