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Studie untersucht die Bundesliga im Web 2.0 (Foto: fotolia.com/kebox)

Studie untersucht die Bundesliga im Web 2.0 Köln schlägt Bayern

Schlecht in der Bundesliga, gut auf Facebook, StudiVZ und MySpace: Geht es um die positive Wahrnehmung von Fußballvereinen im Social Web, schafft es der 1. FC Köln in die Championsleague. Bayern München muss hingegen gemeinsam mit Hoffenheim und Leverkusen gegen den Abstieg kämpfen.

Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Kommunikation und Recht im Internet (DIKRI), das den Social Media Bundesliga Report 2010 erstellt und darin die Aktivität und Wahrnehmung der deutschen Fußballvereine im Web 2.0 untersucht hat. Betrachtet man dabei rein die Summe von Gruppen, Fanseiten, Anzahl der Fans, Videos, Abrufe und Kommentare, hat der deutsche Rekordmeister aus München allerdings die Nase vorn. Schlusslichter der Tabelle in diesem Bereich sind Bochum, Nürnberg und Freiburg.

Interessante Ergebnisse hält die Studie beim Internetverhalten von Erzrivalen untereinander bereit: So erreichte der FC Schalke 04 in der Bundesligasaison 2009/10 zwar eine bessere Platzierung in der Abschlusstabelle, konnte sich im Online-Revier-Derby jedoch nicht gegen Borussia Dortmund behaupten. Sowohl beim Volumen der Aktivität als auch in der Stärke der positiven Wahrnehmung setzte sich eindeutig der die schwarz-gelbe Konkurrent durch, woran auch der Meisterschaftskampf der Schalker nichts änderte. Bei der Auseinandersetzung zwischen Köln und Gladbach konnten hingegen die Kölner den Wettbewerb hinsichtlich Aktivitätsvolumen und Beliebtheit knapp für sich entscheiden.

Auch der Kampf gegen den Abstieg hat sich im Social Web widergespiegelt. So erzielte in der Endphase der Saison der VfL Bochum die höchsten Werte im Aktivitätsindex der Vereine auf den unteren Rängen. Mehr Gespräche wurden allerdings über Hannover 96 geführt, Nürnberg punktete im Bereich der positiven Wahrnehmung.

Schlecht im internationalen Vergleich

Im internationalen Vergleich fallen die deutschen Vereine auf Facebook, YouTube & Co. jedoch klar ab. Denn auch, wenn der FC Bayern die Bundesliga klar dominiert, wird der Meister sowohl beim Aktivitätsindex als auch mehrheitlich in der Stärke der positiven Wahrnehmung von Barcelona und Liverpool geschlagen.

Laut DIKRI sind die schlechteren Ergebnisse der deutschen Vereine vor allem auf zwei Ursachen zurückzuführen: Zum einen liege Deutschland beim Grad der Social-Media-Nutzung noch ein wenig hinter den anderen Ländern zurück. Zum anderen hätten die ausländischen Vereine die zunehmende Schlüsselfunktion des Social Webs deutlicher erkannt und würden ein aktiveres Social-Media-Marketing betreiben. So seien auch die Auftritte bei Facebook, Twitter und YouTube professioneller. 

Der Social Media Bundesliga Report 2010 entstand als Teil der empirischen Untersuchung Social Media Monitor, in deren Rahmen erstmalig 2009 rund 700 Marken in sozialen Netzwerken und Videoplattformen qualitativ und quantitativ analysiert wurden. Dazu gehören die Netzwerke StudiVZ, MeinVZ, Xing, MySpace, Facebook und Wer-kennt-wen sowie die Videoportale Youtube, Sevenload, MyVideo und Clipfisch. Im Frühjahr 2010 wurde die Erhebung mit mehr als 200 Marken wiederholt. Diese kamen vorwiegend aus den Branchen Tourismus, Sport, Finanzen, Versicherungen, Getränke und Lifestyle. Durchgeführt wurde die Analyse durch 170 Studenten der Cologne Business School. Sie steht zum Download auf der DIKRI-Website bereit.

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