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Fashion und Social Media

Fashion und Social Media Blogger als Markenbotschafter

Social Media gibt den Konsumenten mehr Macht gegenüber den Marken. Doch was bedeutet das für das Fashion-Business? Darüber diskutierten Hilary Peterson vom Online-Shop Lyst und Valentin von Arnim von der gleichnamigen Modemarke auf der DLD Women Conference.

Mit einer Beschwerde auf Facebook in sieben Minuten Gehör beim CEO gefunden? Ein Freund von Valentin von Arnim hat genau das erreicht. "Es ist unglaublich, welche Macht der Konsument heute hat, erklärt der CEO der Modemarke Iris von Arnim, die seine Mutter gegründet hat, auf der DLD Women Conference in München. Hilary Peterson stimmt ihm zu. Sie leitet das Business Development bei Lyst, einem personalisierbaren Online-Shop für Kleidung. "Der Kunde hat die Kontrolle."

Social Media sind ein wichtiger Kanal, um bestehende oder potenzielle Kunden zu erreichen. Um erfolgreich zu sein, müsse man sich klar sein, welche Ziele man mit welchem Medium erreichen wolle, so Peterson.

Lyst und Iris von Armin arbeiten bei auch mit Bloggern zusammen. "Es dauert eine Weile bis man die Blogger überzeugt, in den Laden zu kommen", sagt von Arnim. "Wenn dies glückt, können wir unsere authentische Geschichte erzählen und nicht eine, die zu Marketingzwecken erfunden wurde." Anfang der 1970er Jahre fing Iris von Arnim nach einem schweren Autounfall an zu stricken und eröffnete 1976 in Hamburg ihre erste Boutique. "Ich werde immer noch ein bisschen nervös, wenn Blogger in unseren Laden kommen und dort Fotos machen", so der Sohn der Firmengründerin.

Der Online-Shop Lyst kooperiert mit 5.000 Bloggern weltweit und gibt diesen eine Provision, wenn Kunden über deren Seiten kommen. "Der beste Content kommt aus der Schnittmenge zwischen Popkultur und der Bedeutung der eigenen Marke", so Peterson.

Während Iris von Arnim aus Personalmangel noch nicht auf Facebook vertreten ist, bedient Lyst viele verschiedene Kanäle: "Man braucht keine Armee, um in Social Media dabei zu sein", betont die Business-Develpment-Chefin. "Nicht in sozialen Netzwerken vertreten zu sein, halte ich für das größere Risiko, als beim Auspobieren Fehler zu machen."

Die großen Modefirmen glänzten auf sozialen Netzwerken lange Zeit eher mit Abwesenheit als mit gut gemachten eigenen Fanpages. Heute ist die Scheu, in Social Media zu investieren, der Neugier gewichen: Alle namhaften Fashion-Labels, von Chanel bis Zara, sind inzwischen auf Facebook präsent. Ein Erfolgsrezept dabei: Jedes Unternehmen setzt auf eine Nische. INTERNET WORLD Business zeigt acht erfolgreiche Beispiele.

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