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Uhren in Reparatur
Amazon 07.05.2014
Amazon 07.05.2014

On- und offline vereint Neue Marktplätze setzen auf lokale Partner

Uhrenreparatur ist Sache des Fachhändlers vor Ort

Fotolia.com/Gitemma

Uhrenreparatur ist Sache des Fachhändlers vor Ort

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Neue Marktplätze wie Department47, Fashion Locals oder - vor kurzem gestartet - Cap d’Oro setzen auf den E-Commerce, binden dabei aber den lokalen Fach- und Einzelhandel als Lieferpartner ein.

Große Auswahl, hohe Reichweite - mit diesem Versprechen ziehen Marktplätze im Internet Käufer wie auch Händler an. Nach Generalisten wie Amazon und Rakuten oder Spezialisten wie Fab und Mysportworld etabliert sich gerade ein drittes Marktplatz-Modell: eines, das den E-Commerce mit dem stationären Einzelhandel verlinkt. Jüngstes Beispiel: Der Marktplatz für Schmuck und Uhren Cap d'Oro. "Cap d‘Oro ist ein Markenplatz für Uhren und Schmuck", erklärt Öner Güngöz, Mitgründer des Marktplatzes, der Anfang April startete. "Hersteller eröffnen hier einen Shop und integrieren den Fachhandel als Fulfillment-Partner." Im Netz bestellen, vor Ort anprobieren und abholen oder sich vom Fachhändler die Ware liefern lassen, heißt die Strategie. Auf diese setzen auch die Mode-Marktplätze Fashion Locals oder Department47.

Mit im Boot bei Cap d’Oro sitzt Gaxsys: "Wir lieben den lokalen Handel“, sagt Mathias Thomas, Chef des Karlsruher Anbieters für E-Commerce-Lösungen. "Wir wollten daher nicht das nächste Amazon, eBay oder Valmano aufbauen, sondern den Einzelhandel ins Internet bringen.“ Cap d’Oro baut also auf vorhandener Infrastruktur und gewachsenen Handelsbeziehungen auf: Markenhersteller eröffnen auf der Plattform eigene Online-Shops und binden in diese ausgewählte Fachhändler als Fulfillment-Partner ein. Das hat den Vorteil, dass Kunden Bestelltes schneller geliefert bekommen, sofort anprobieren und umtauschen oder auch zurückgeben können. Ist ein Uhrarmband zu lang, kann es der Fachmann vor Ort gleich kürzen, ebenso können Ringe oder Ketten angepasst werden. Die angeschlossenen Händler profitieren umgekehrt vom E-Commerce ihrer Marken mit, bezahlen lediglich die Lieferkosten und streichen die Verkaufssumme ein. Cap d’Oro verlangt pro Kauf eine Provision von 12,5 Prozent. 

Gemeinsam für Reichweite sorgen

Marken wie Timex, Cacharel, Daniel Hechter und 5th Avenue hat das Konzept bereits überzeugt, 5th Avenue - in Frankreich mit eigenem Filialnetz vertreten - startet von Cap d’Oro die Expansion nach Deutschland. Mit weiteren Schmuck- und Uhrennamen verhandeln die Gründer bereits. "Wir können sicher nicht wie Zalando Millionensummen in Werbung investieren“, gibt Thomas zu, "Marken und Händler werben also für ihren Marktplatz und E-Commerce selbst.“ Cap d’Oro ist in der Werbegemeinschaft des Marktplatzes fürs Suchmaschinen-Marketing zuständig, die Uhren- und Schmuckmarken wiederum sorgen mit Bannern und weiterer Online-Werbung für Reichweite, die Händler können schließlich per Email oder Flyer Kunden auf neue Angebote im Online-Shop hinweisen oder zu sich in die Filiale locken. 

"Verbraucher besuchen im Internet nur selten Monobrandstores, sie setzen auf Auswahl und Vergleich“, wirbt Mitgründer Güngöz für das neue Marktplatz-Prinzip. "Marken, die nur im Internet agieren, werden vergessen. Die Hersteller müssen also den Fachhandel erhalten.“ Das gilt auch im Modehandel: Wie Cap d’Oro binden die Mode-Plattformen Fashion Locals und Department47 den Einzelhandel auf ihrer Plattform mit ein. Fashion Locals versammelt dabei die Angebote von 34 Boutiquen oder Designstudios aus zehn Städten Europas. Sie liefern innerhalb von 48 Stunden bis sieben Tagen. Department47 indes hat der Berliner Inkubator Epic entwickelt, eine Beteiligung von ProSiebenSat.1. Hier bieten 32 Läden und Online-Shops aus Deutschland ihre Waren online an. Mehr über Cap d'Oro und den Schmuckmarkt im Internet lesen Sie in der neuen Ausgabe der INTERNET WORLD Business.

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