INTERNET WORLD Business Logo Abo

AdSense-Konkurrenz ausgesetzt Facebook legt Pläne für AdNetwork auf Eis

Gespannt wartet die Branche darauf, wann Facebook sein eigenes Werbenetzwerk startet. Facebook-User könnten sich damit auch auf Dritt-Websites gezielt ansprechen lassen. Doch nun erhielt das Projekt erst einmal einen Dämpfer und wurde "vorläufig" ausgesetzt. Offenbar war die Werbe-Performance zu schlecht.

Facebook hat sein lange erwartetes Adnetwork vorläufig auf Eis gelegt, berichtet der US-Blog "Allthingsdigital". Im September hatte das Unternehmen erstmals angekündigt, auch auf Websites, die nicht zum Facebook-Netzwerk gehören, Anzeigen ausliefern zu wollen und damit viel Aufsehen erregt. Denn aufgrund der detaillierten Informationen, die Facebook von seinen rund eine Milliarde Mitgliedern weltweit gesammelt hat, könnte Facebook aus dem Stand eine sehr mächtige Rolle unter den Adnetworks einnehmen und sich als ernst zunehmender Konkurrent zu Googles AdSense positionieren.

In einem ersten Test versuchte das Unternehmen zunächst, eigene Anzeigen in die mobilen Apps von Partnern einzubinden. Außerdem befand sich das Unternehmen im Gespräch mit Verlegern, die probeweise ebenfalls Facebook-Anzeigen zulassen wollten.

Nun scheint die Branche auf diesen potenten Mitbewerber noch eine Weile warten zu müssen. Obwohl die Ergebnisse und das Feedback der Partner auf die ersten Tests "sehr positiv" gewesen sei, werde Facebook die Aktivitäten vorübergehend einstellen, erklärte Facebook-Sprecher Brandon McCormick in einer Mail. Zunächst sollen stattdessen die Ad-Einblendungen im eigenen mobilen Feed verbessert werden. Das generelle Aus für ein Facebook-Adnetwork wollte McCormick jedoch nicht verkünden. Im Gegenteil: "Wir haben aus dem Test sehr viel gelernt, das uns in Zukunft nützlich sein kann."

Mutmaßlich lieferten die getesteten Anzeigen nicht die gewünschte Performance ab. Auch im eigenen Netzwerk bleiben die Werbeeinblendungen häufig hinter den Erwartungen zurück. Und während Google bei der Einführung von AdSense den Publishern bestimmte Mindestumsätze garantierte, will Facebook bislang beim Modell einer "großzügigen Umsatzbeteiligung" bleiben. Umso wichtiger ist es daher, eine gute Anzeigenperformance sicherzustellen.

Daran kann das Netzwerk nun noch einige Monate länger arbeiten. Denn in diesem Punkt sind sich alle Beobachter einig: Ein Facebook-AdNetwork wird kommen. Wenn nicht jetzt, dann später.

Das könnte Sie auch interessieren