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Google-Suche

Restrukturierungen Unister: Einigung mit Google soll steigende Buchungszahlen bringen

shutterstock.com/nito
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Zumindest im Marketing läuft es für Unister wieder besser: Google listet dessen Reiseportale wieder in seinen bezahlten Suchergebnissen. Die Buchungszahlen sollen inzwischen wieder nach oben gehen.

Es ist für Unister ein großer Tropfen auf dem heißen Stein: Das angeschlagene Unternehmen konnte offenbar eine Einigung mit Google erzielen. Die beiden Reiseportale Ab-in-den-Urlaub.de und Fluege.de sind trotz der Insolvenz wieder bei den bezahlten Suchanfragen nach Urlaubsangeboten zu finden.

"Mit Google konnten wir eine Einigung erzielen", sagte der Insolvenzverwalter des Internetkonzerns Unister, Lucas Flöther, dem Handelsblatt. "Die Unister-Portale sind dort jetzt wieder gelistet." Angesichts der Tatsache, dass Unister in der Insolvenz nur sehr eingeschränkt Marketing betreiben kann, sei das eine sehr erfreuliche Entwicklung, meinte Flöther.

Zahlreiche Unister-Töchter wie Ab-in-den-Urlaub.de oder Fluege.de hatten für AdWords-Anzeigen viel Geld in die Hand genommen, um bei Suchbegriffen wie "Urlaub" oder "Mallorca" auf den oberen Plätzen zu stehen.

Buchungszahlen gehen nach oben

Mit der zunehmenden Zahlungsunfähigkeit von Unister konnte das Unternehmen die sich anhäufenden Schulden bei Google nicht mehr begleichen. Als Folge verschwanden die Portale aus der AdWords-Liste.

Nicht verwunderlich also, dass die Einigung für Unister mehr als nur ein kleiner Hoffnungsschimmer ist. Laut Insolvenzverwalter Flöther stabilisiere sich der Geschäftsbetrieb inzwischen "deutlich". Die Buchungszahlen gingen "sogar wieder nach oben". Die Trendwende bei den Buchungszahlen sei ein wichtiges Signal- vor allem auch in Richtung potenzieller Investoren.

Unister betreibt mit gut 1.000 Mitarbeitern über 40 Internetportale. Die Holding hatte vor zwei Wochen Insolvenz angemeldet, nachdem Gründer Thomas Wagner bei einem Flugzeugabsturz in Slowenien ums Leben gekommen war. Inzwischen sind zwölf Töchter ebenfalls im vorläufigen Verfahren. Allein bei der Holding sollen sich die Verbindlichkeiten auf knapp 40 Millionen Euro belaufen.

Google selbst kommentiert das Geschäft mit Unister nicht, lässt aber verlauten, dass es ausdrücklich um bezahlte AdWords-Anzeigen geht, aus den organischen Suchergebnissen sei Unister nie draußen gewesen.

Großes Interesse an Reisesparte

Daneben führt seit voriger Woche Flöther Verkaufsgespräche mit potenziellen Investoren. Vor allem an der Reisesparte des Konzerns gibt es offenbar großes Interesse. Darunter seien sowohl strategische als auch Finanzinvestoren.

Unterdessen kündigte das Reiseportal Travel24.com - eine Unister-Tochtergesellschaft - an, sich aus dem französischen Markt zurückzuziehen. Als Grund wurde eine "Restrukturierung" genannt. Die Firma wolle sich künftig verstärkt auf den deutschsprachigen Heimatmarkt sowie auf das Hotelgeschäft konzentrieren, teilte Travel24 mit.

Ab Ende August 2016 würden die Reiseportal Travel24.fr sowie die Flugportale Vol24.fr und Vols24.fr ihre Vermittlerdienste einstellen. "Bisherige Buchungen bleiben davon unberührt und behalten ihre Gültigkeit", hieß es.

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