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Praxis Suchmaschinenoptimierung: Bessere Keywords finden

Die richtigen Schlüsselworte zu finden, ist das A und O für die Suchmaschinenoptimierung. Wir haben die wichtigsten Helfer zusammengestellt.

Egal ob Sie Optimierung (SEO) oder Keyword-Advertising (SEM) betreiben, die Basis für erfolgreiches Suchmaschinenmarketing ist immer eine gründliche Keyword-Recherche. Doch woher sollen die vielen passenden Begriffe kommen? Welche Keywords sind überhaupt geeignet? Eine Reihe von teils kostenlosen Werkzeugen hilft dabei, Wörter zu finden, die einerseits häufig gesucht werden, andererseits aber noch nicht von hunderten Konkurrenten gebucht werden. Wir haben die besten für Sie herausgesucht.

Googles Keyword Tool

Der Suchmaschinenmarktführer Google bietet mit dem Keyword External Tool eine gute und kostenlose Hilfe, die einfach zu bedienen ist und schnell Listen mit mehreren Hundert Begriffen generiert. Das Tool steht nicht nur für Adwords-Kunden zur Verfügung.

Google bietet grundsätzlich vier Suchoptionen an:

  • Geschätzte Anzeigenposition
  • Schätzungen zum durchschnittlichen Cost Per Click (CPC)
  • Trends zum Suchvolumen
  • Monat mit größtem Volumen

Gerade hat Google das System in einem wichtigen Punkt nachgebessert: Bisher wurde nicht angezeigt, wie häufig ein Begriff tatsächlich abgerufen wurde. Ein Balkendiagramm erlaubte lediglich eine Schätzung, welcher Begriff häufiger abgerufen wurde. So ließ sich zwar in etwa errechnen, ob Begriff A öfter gesucht wird als Begriff B. Die genaue Zahl der Suchanfragen nannte das Tool jedoch nicht. Seit Neuestem hat Google diese Schwachstelle ausgemerzt und zeigt nun auch die tatsächlichen Suchhäufigkeiten an.

Mit der Option "Schätzungen zu Kosten und zur Position von Anzeigen" lassen sich darüber hinaus weitere interessante Informationen generieren, die beispielsweise auch für die Monetarisierung einer Seite mit Adsense nützlich sein können. Wenn die Option "Synonyme verwenden" aktiviert ist, werden außerdem automatisch alternative Keywords generiert.

Ein weiteres praktisches Hilfsmittel findet sich im Register "Website-Content". Hier lassen sich aus bestehenden Seiten automatisch Keywordlisten generieren. Geben Sie einfach die gewünschte URL ein, Google versucht dann möglichst viele Keywords zu extrahieren.

Die automatische Keyword-Generierung nach Website-Content können Sie auch nutzen, um bei der Konkurrenz "zu spicken". Googeln Sie einfach Ihr Wettbewerbsumfeld und lassen Sie sich die Keywords aus den am besten platzierten Seiten erzeugen.

Wenn Sie noch genauere Infos über den möglichen Traffic eines Keywords benötigen, können Sie den Google Traffic Estimator verwenden. Geben Sie hierzu die jeweiligen Suchbegriffe ein und sie erhalten eine Schätzung über mögliche Klicks pro Tag, die bei einer Top-Platzierung erreicht werden können.

Eines sollte man beim Einsatz des Google Keyword Tools jedoch stets im Hinterkopf behalten: Da die Daten von Google stammen, wird Google möglicherweise seine eigenen Interessen berücksichtigen.

Klassiker verbessert: Das Google Adware Keyword Tool zeigt seit Kurzem auch das absolute Suchvolumen an

Wordtracker's Free Tool

Im englischsprachigen Bereich ist das kostenpflichtige Tool Wordtracker das Nonplusultra, wenn es um die Keyword-Recherche geht. Eine deutschsprachige Version des Tools ist - trotz einiger Ankündigungen - bislang nicht erhältlich. Mit dem "Wordtracker's Free Tool" erhält man kostenlos bis zu hundert Suchbegriffe für das jeweilige Keyword und eine Abschätzung des täglichen Traffics. Die Daten stammen von Dogpile.com und Metacrawler.com.

Jedes der gelieferten Keywords ist verlinkt und kann so nochmals in Unterkategorien "zerlegt" werden. Das Tool liefert zwar bei Weitem nicht den Funktionsumfang der kostenpflichtigen Wordtracker-Version, für einen Einstieg reicht es aber durchaus. Eine Exportfunktion - wie bei Google - ist nicht verfügbar. Die Keywordlisten müssen manuell übertragen werden. Größtes Manko ist jedoch, dass sich das Werkzeug in erster Linie an den englischsprachigen Raum richtet.

Das Nonplusultra gibt es leider nur für den englischen Markt: Wordtracker's Free Tool

Keyword Discovery Free Tool

Das kostenpflichtige Keyword-Research-Tool "Keyword Discovery" verfügt mit einer Datenbasis von rund 32 Milliarden Schlüsselwörtern, die aus über 200 Suchmaschinen stammen, wahrscheinlich über die umfangreichste Keyword-Datenbank.

Wie bei Wordtracker gibt es auch bei Keyword Discovery eine kostenlose Einstiegsversion, die zu jedem Suchbegriff bis zu hundert Keywords erzeugt.

Gutes Mittelmaß: Das Keyword Discovery Free Tool ist nützlich und bietet kaum Überraschungen

Microsoft Ad Center Labs

Ein äußerst interessantes Werkzeug ist auch das "Microsoft Ad Center Labs". Leider ist auch diese Plattform derzeit nur in Englisch verfügbar. Dennoch lassen sich einige Infos, die das Ad Center liefert, auch für die deutsche Keyword-Suche verwenden. Während das Google-Tool auch für die Generierung umfangreicher Keyword-Listen geeignet ist, liefert Microsoft mehr Informationen zu Demografie, Kundenverhalten sowie trendbasierte Daten, die dergestalt kaum eine andere Quelle liefert.

Mit der "Demographics Prediction" können die wichtigsten Daten wie Alter und Geschlechterverteilung zu einem beliebigen Keyword abgefragt werden. So wird der Suchbegriff "Bier" als "male-oriented", das Keyword "Prosecco" dagegen mit einem Anteil von 68 Prozent als "female-oriented" klassifiziert. Durch derartige Aussagen können unter Umständen interessante Erkenntnisse für die Gestaltung einer Seite oder das Linkbuilding gewonnen werden.

Mit dem Tool "Detecting Online Commercial Intent" kann ein Keyword oder eine URL auf seine Conversion-Tauglichkeit überprüft werden. Das Werkzeug will also die Frage beantworten, ob sich der nach einem bestimmten Begriff Suchende in der Regel in Kaufstimmung befindet oder sich lediglich informieren möchte. Auf dieser Basis können für "Informations-Begriffe" inhaltsreiche Landeseiten gestaltet werden, während "Kauf-Begriffe" zu konversionsgeprägten Seiten führen. Im Praxistest liefert das Keyword "typo3" einen niedrigen Wert von 0,14 für die Kaufabsicht, während "typo3 agentur" auf einen Wert von 0,75 kam.

Die "Keyword Group Detection" liefert zu einem Suchbegriff weitere ähnliche Suchphrasen. So werden nach Eingabe des Begriffs "BMW" beispielsweise andere Premiumautomarken aufgeführt. Interessant ist auch der "Search Funnels". Er zeigt Suchbegriffe, die der User nach Eingabe seines ersten Suchworts eingetippt hat. Damit eignet sich das Werkzeug perfekt für die Ausweitung der Keyword-Liste, weil ersichtlich wird, welche Begriffe die User außerdem interessieren. Zusätzlich kann man die Auswertung auch umdrehen und sich zeigen lassen, welche Begriffe zuvor gesucht wurden.

Bei der Verwendung des Ad Center sollten Sie beachten, dass sich das Werkzeug noch in einem Beta-Stadium befindet. Zum Ausprobieren und Testen eignet sich das Ganze aber ideal, vor allem weil man derartige Daten sonst nirgends erhält.

Interessante Einblicke liefert Microsofts Ad Center Labs. Ein Tool, das man unbedingt gesehen haben sollte

Spy Fu

Bei Spy Fu handelt es sich ebenfalls um ein interessantes Tool zur Keyword-Recherche, das bereits in der kostenlosen Basisversion hilfreiche Infos liefert. Zwar ist auch Spy Fu primär für den englischsprachigen Raum gedacht, dennoch lässt sich der eine oder andere Input für die eigene Keywordliste oder Adwords-Kampagne generieren. In der Gratisversion werden lediglich die ersten zehn Einträge ausgewertet. Außerdem können die Daten aus der Pro-Version sofort in Excel exportiert werden. Die Daten von Spy Fu werden von einer eigenen Scraper-Software generiert, die die Suchergebnislisten von Google herunterlädt und wie folgt auswertet:

  • Kosten pro Klick für die erste Position
  • Die erwarteten Kosten pro Tag
  • Die erwarteten Klicks pro Tag
  • Die Anzahl der Wettbewerber für das entsprechende Keyword
  • Titel und Anzeigentexte der Konkurrenz
  • Anzahl der organischen Suchergebnisse
  • Zusätzliche Keywords, die von der Konkurrenz gebucht werden
  • Verwandte Begriffe

Mit rot oder grün markierten Zahlen symbolisiert Spy Fu die Veränderung seit dem letzten Crawling-Vorgang. Außerdem wird übersichtlich angezeigt, ob ein neuer Mitbewerber seit dem letzen Crawling-Vorgang das Keyword gebucht hat.

Spy Fu zeigt auch Begriffe, die von der Konkurrenz gebucht wurden. Das Programm bietet außerdem die Möglichkeit, statt eines Suchbegriffs eine URL einzugeben. Auf diese Weise werden alle Keywords gezeigt, die der Betreiber der Website bietet sowie alle Begriffe, mit denen die Website im organischen Suchindex gefunden wird. Wer die Konkurrenz im Auge behalten will, wird diese Funktion sehr zu schätzen wissen.

In diesem Zusammenhang ist auch die Schätzung interessant, die Spy Fu für das tägliche Adwords-Budget der Konkurrenz angibt. Außerdem kann die Software auch noch absolute und prozentuale Veränderung des Budgets anzeigen.

Allerdings darf man die Fähigkeiten von Spy Fu auch nicht überschätzen. Insbesondere bei den Werbebudgets der Konkurrenz handelt es sich lediglich um grobe Annäherungen, deren Aussage nicht immer auf die Goldwaage gelegt werden darf. Trotzdem sind mit diesem Tool sehr nützliche Erkenntnisse zu gewinnen - nicht nur über die Aktivitäten der Wettbewerber, sondern auch für die organische Optimierung und für die eigene Pay-per-Klick-Kampagne.

Spy Fu ist erste Wahl, wenn es um die Beobachtung der Konkurrenz geht

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