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Schokolade

Studie Schokolade auf Amazon im SEO-Check

Shutterstock/Shulevskyy Volodymyr
Shutterstock/Shulevskyy Volodymyr

Wie präsentieren sich die Schokoladen-Marken auf Amazon? Die Agentur webnetz hat dies untersucht und stellt fest: Da hat selbst Milka noch Optimierungspotenzial.

Die Deutschen mögen es süß, darauf lässt zumindest ihr Schokoladenkonsum schließen. Je nach Statistik vertilgt jeder Bundesbürger zwischen sechs und neun Kilo Schoko im Jahr. Im europäischen Vergleich ist das ein Spitzenwert, übertroffen nur von der Schweiz. Und selbstredend gehört die Weihnachtszeit (neben Ostern) zu den Tagen, an denen der Heißhunger auf Schoko besonders groß ist.

Die Agentur webnetz hat untersucht, was die großen Schoko-Marken auf Amazon mit dieser Vorliebe machen. Nutzen Sie die damit verbundenen Chancen auf dem Marktplatz oder überlassen sie das Geschäft weitgehend dem stationären Handel? Dabei zeigen sich einige interessante Ergebnisse:

Beim Visual Content wird Potenzial verschenkt: Nur 40 Prozent der Schokoladen nutzen in ihren Listings sieben oder mehr Bilder in der Darstellung. 39 Prozent verwenden überhaupt nur ein bis zwei Fotos. "Aus Sicht der Conversion Rate ein absolutes No-Go", sagt Lennart Brand, Amazon SEO, PPC & DSP bei webnetz. "Überzeugende Produktbilder sind der größte Hebel, um Umsätze zu boostern."

Zu viel Marke in den Videos: Rund 40 Prozent der gelisteten Schoko-Produkte enthalten ein oder mehrere Videos. Damit kann die Verweildauer auf der Produktseite erhöht werden. Außerdem bieten die Videos die Chance, das Produkt genau zu präsentieren. Allerdings verschenken einige Marken diese Möglichkeit und versuchen, in den Videos Branding zu betreiben, darunter auch Milka. Die Marke Lindt hingegen bietet zahlreiche produktspezifische Videos und erhöht damit das Shopping-Erlebnis.

Bullet-Points, weitgehend gut gemacht: Bullet-Points sind wesentlicher Bestandteil des Listings. Sie unterstützen die Kaufentscheidung und dienen durch ihre Keywords der Indexierung für die Suche auf Amazon. Erfreulich: 78 Prozent der gelisteten Produkte haben fünf oder mehr Bullet-Points. Weniger erfreulich: Nur 54 Prozent aller Listings enthalten das Keyword "Schokolade". Brand: "Zudem fällt bei vielen Produkten auf, dass die Bullet-Points nicht produktspezifisch und teilweise emotionslos geschrieben sind."

Suche auf Amazon, Chance für Nischen: Wenn es um Schokolade geht, suchen die meisten User auch nach dem Begriff "Schokolade" (56 Prozent). Abseits dieses Haupt-Keywords besteht Potenzial für Nischenprodukte. Denn nach "zuckerfreier Schokolade" suchen beispielsweise noch elf Prozent, etwa genauso viele wie nach "Schokolade in Geschenkform". Nach "Vegane Schokolade" suchen immerhin noch vier Prozent. Umso erstaunlicher, dass Milka keine vegane Schokolade im Sortiment führt. Wer "Vegane Schokolade Milka" auf Amazon eingibt, sieht im Ranking ganz oben ein Produkt der Marke Frankonia Chocolat, die hiermit von Milkas Abwesenheit profitiert.

Branding-Effekte durch Brand-Store: Dafür passt Milka, genauso wie die Marke Lindt, den Brand-Store auf Amazon saisonal an. Derzeit ist er im Weihnachtslook und kommt so der Stimmung und den Wünschen der User entgegen. Frankonia lässt diese Chance ungenutzt und bietet kein auf Weihnachten angepasstes Widget. Dabei nutzen auch kleinere Marken den Brand-Store, darunter die Marke feel FIT.

Fazit: Im Bereich SEO ist noch Luft nach oben, auch bei großen Marken. Optimierte Bilder und Videos, aber auch geschmeidigere Titel und pointiertere Bullet-Points könnten die Conversion Rate steigern. "Zudem lassen die Brand-Stores einiger Marken noch viel mehr zu, als nur als Produkt-Schaufenster genutzt zu werden", so Lennart Brand.

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