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Marc Opelt
Plattformen 04.11.2022
Plattformen 04.11.2022

Corporate Responsibility Otto intensiviert seine Nachhaltigkeitsstrategie

Marc Opelt, Vorsitzender des Otto-Bereichsvorstands

Otto

Marc Opelt, Vorsitzender des Otto-Bereichsvorstands

Otto

Von Verpackung bis Lieferkette: Otto verstärkt sein Engagement für Umwelt und Klima und stellt kreislauffähige Lösungen in den Fokus. Der Händler will zur größten Plattform für nachhaltiges Onlineshopping in Deutschland werden.

Kaum ein Jahr stand so sehr im Zeichen der Nachhaltigkeit wie 2022. Nicht nur als Kampagnenthema kommt kaum eine Marke noch an den Themen Klimawandel, Umweltschutz und CO₂-Emissionen vorbei, auch hinter den Kulissen sind Unternehmen mehr denn je gefordert, Initiative zu ergreifen.

Kurz vor Jahresende stellt Otto eine Erweiterung seiner Nachhaltigkeitsstrategie vor. Diese setzt zum einen konsequent auf Ressourcenschutz, zum anderen will das Versandunternehmen bis 2030 in seinen Geschäftsprozessen bis spätestens 2030 bilanziell klimaneutral sein. Dafür entwickle man wissenschaftlich basierte Klimaziele im Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel.

"Nachhaltigkeit ist für mich kein nettes Extra - sie ist das Fundament unseres Handels"

Marc Opelt, Vorsitzender des Otto-Bereichsvorstands, sagt: "Otto setzt sich mit der neuen Nachhaltigkeitsstrategie ambitionierte Ziele zum Schutz von Ressourcen. Als größter deutscher Onlineshop mit über elf Millionen Kund:innen tragen wir somit aktiv dazu bei, den ökologischen Fußabdrucks des Onlinehandels weiter zu reduzieren. Nachhaltigkeit ist für mich kein nettes Extra - sie ist das Fundament unseres Handels."

Die neue Otto-Nachhaltigkeitsstrategie umfasst insgesamt sechs Handlungsfelder: Klimaschutz, Verpackungen, Kreislaufwirtschaft, Materialien und Produkte, Compliance and Policies und die Lieferkette. Konkret heißt das, dass bis 2025 alle von Otto genutzten Versandverpackungen recycelt, biologisch abbaubar oder mehrwegfähig sein sollen. Sämtliche Eigen- und Lizenzmarken will Otto im selben Zeitraum vollständig auf nachhaltige Produkte umstellen. Außerdem sollen die Standards für den Otto-Marktplatz deutlich erhöht werden: So sind die Marktplatzpartner künftig verpflichtet, soziale und ökologische Kennzahlen offenzulegen, etwa zu CO₂-Emissionen und Verpackungsmüll.

Anzahl nachhaltiger Produkte soll sich verdoppeln

Trotz strenger Regeln soll die Anzahl nachhaltiger Artikel auf otto.de konsequent anwachsen, auf über eine Million bis 2025. Stand heute wäre Otto dann die Plattform mit dem größten nachhaltigen Sortiment Deutschlands. Aktuell sind auf otto.de rund 500.000 als nachhaltig gekennzeichnete Artikel verfügbar, die beispielsweise FSC- oder Blauer-Engel-zertifiziert sind.

ür eine längere Lebenszeit von Artikeln und Rohstoffen will Otto verstärkt auf kreislauffähige Lösungen, etwa Reparaturservices und zirkulär gestaltete Textilien setzen. Eine erste zirkuläre Modekollektion, die "Otto Circular Collection" war im vergangenen Frühjahr gestartet, 2023 kommt eine Nachfolgekollektion. Auch im Verpackungswesen erprobt Otto nach eigenen Angaben bereits kreislauffähige Lösungen: So beginnt im November 2022 ein Test mit vollständig biologisch abbaubaren Versandtüten, die Otto mit dem Hamburger Start-up Traceless in zweijähriger Forschungsarbeit entwickelt hat.

Biologisch abbaubare Versandtüten von Traceless

Otto

Um CO₂-Emissionen weiter zu senken, folgt Otto dem Dreiklang: Vermeiden, Reduzieren und übergangsweise Kompensieren. Das gilt für den Versandprozess ebenso wie für die IT, wo Otto den Ressourcenverbrauch von Daten weiter senken will – etwa mithilfe von Green-Coding-Initiativen und KI-Modellen, die deutlich weniger Daten und somit weniger Energie benötigen. Bis Mitte 2023 will Otto seine Klimaziele zudem auf wissenschaftlich basierte "Science Based Targets" ausrichten.

Text: Marina Rößer

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