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Haustierbedarf
Plattformen 08.06.2022
Plattformen 08.06.2022

Ausbau zur Plattform Warum Fressnapf auf das Marktplatz-Modell setzt

Shutterstock/nazarovsergey
Shutterstock/nazarovsergey

Mit dem Livegang seines Online-Marktplatzes setzt die Tierbedarfskette Fressnapf verstärkt auf Omnichannel. Wie Kunden davon profitieren und auf welche Ziele sich das Unternehmen langfristig fokussiert, erklärt Matthias Bauer, SVP Customer Experience bei Fressnapf. 

Seit dem 23. Mai ist Fressnapfs Online-Marktplatz live. Mit der Plattform will die Tierbedarfskette den Kunden diverse Services rund um das Haustier bieten und sich vom Ver- zum Umsorger wandeln sowie das Fressnapf-Ökosystem weiter ausbauen.

Der Markt für Heimtierbedarf ist groß. Deutsche Kunden geben rund fünf Milliarden Euro im Jahr für Tierfutter, Streu und Zubehör aus. Fressnapf bietet aktuell über 15.000 Produkte an, das Sortiment soll kontinuierlich durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern erweitern werden. 

Wir haben mit Matthias Bauer, Senior Vice President Customer Experience bei Fressnapf, über die Herausforderungen des Launchs, nächste Ziele und die langfristige Rolle des stationäre Geschäfts gesprochen.

Welche Strategie steckt hinter dem Shift zur Plattformökonomie?
Matthias Bauer: Der Marktplatz ist ein wichtiger Bestandteil des Fressnapf-Ökosystems. Denn mit dem Marktplatz-Modell können wir unser Sortimentsangebot in unserem Online-Shop signifikant erweitern und neben unserem Kernsortiment auch den Verkauf von Nischenprodukten ermöglichen. Damit bieten wir unseren Kunden noch mehr Auswahl und machen einen großen Schritt vom Versorger zum Umsorger.

"Ziel ist ein kundenorientiertes, ausgewähltes und innovatives Sortiment"

Welche neuen Services werden den Kunden damit geboten?
Bauer: Durch das Marktplatz-Modell können wir Kunden auf fressnapf.de noch mehr Auswahl bieten. Ziel ist ein kundenorientiertes, ausgewähltes und innovatives Sortiment. Perspektivisch werden auch die Marktplatz-Artikel im Rahmen des Omnichannel-Ansatzes in den Märkten über den Markt-Bestellservice eingebettet, sodass auch das Sortiment im Markt deutlich erhöht werden kann.

Was waren die größten Herausforderungen bei der Umsetzung?
Bauer: Die größten Herausforderungen lagen in der technische Integration in die bereits bestehenden Prozesse sowie die Einbettung des Marktplatz-Modells in den Online-Shop unter gleichzeitiger Gewährleistung einer weiterhin nahtlosen und intuitiven Customer Journey.

Matthias Bauer

Matthias Bauer, Senior Vice President Customer Experience bei Fressnapf

Fressnapf

Welche Rolle spielt neben dem Digitalen das stationäre Geschäft - und was sind die nächsten Ziele?
Bauer: Die Konsolidierung der Pet-Branche, der Auf- und Ausbau der europäischen Marktführerschaft sowie perspektivisch eines Omnichannel-Ökosystems rund ums Haustier sind zentrale Ziele der Fressnapf-Gruppe. Diese ist derzeit mit mehr als 1.800 Märkten in elf Ländern stationär und online aktiv. Trotz des Omnichannel-Ansatzes betonen wir immer wieder, dass das stationäre Netzwerk mit starken Märkten und Unternehmern vor Ort eine unverändert tragende Säule bilden wird. So wurden alleine im letzten Jahr europaweit mehr als 120 neue Standorte eröffnet.

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