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Online-Marktplatz
Plattformen 25.05.2022
Plattformen 25.05.2022

Studie von ecom consulting und gominga Über 200 B2C-Online-Marktplätze in der DACH-Region

Shutterstock/Panchenko Vladimir
Shutterstock/Panchenko Vladimir

In ihrer neuesten Studie "Die Marktplatzwelt 2022" beleuchten ecom consulting und gominga das rasante Wachstum der Online-Marktplätze und zeigen die wichtigsten Trends in der Plattformökonomie auf. Ein Ergebnis: Im B2C-Segment gibt es bereits über 200 Marktplätze.

Die Digital-Beratung ecom consulting und gominga, Spezialist für Bewertungsmanagment, haben eine neue Studie zu digitalen Marktplätzen veröffentlicht. Demnach ist die Zahl aktiver Online-Marktplätze in den letzten zwei Jahren in der DACH-Region um 40 Prozent gestiegen und liegt nun bei 214. Seit 2015 habe sich die Anzahl somit verdreifacht.

B2C-Bereich boomt

Im B2C-Bereich launchten von 2020 bis heute rund 100 neue Online-Marktplätze. Im gleichen Zeitraum gingen aber auch 30 Marktplätze wieder offline; manche davon wurden von namhaften Anbieter wie Rewe oder Rakuten betrieben; andere bedienten Nischen oder konnten sich als Start-ups nicht etablieren.

Es gibt eine Reihe von Gründen, die dazu geführt haben, dass viele Anbieter nicht mehr aktiv sind. Zahlreiche Firmen wurden verkauft beziehungsweise fusionierten mit größeren ehemaligen Konkurrenten. Player wie Kleiderkreisel (jetzt Vinted) oder Uvinum (heute drinks & Co.) setzten den Betrieb unter anderem Namen fort. In anderen Fällen entschieden sich die Verantwortlichen gegen das Marktplatzmodell, etwa bei Rewe, oder zogen sich ganz aus dem deutschsprachigen Raum zurück wie Rakuten.

Von den über 200 gezählten Online-Marktplätze (B2C) folgt rund ein Fünftel der Amazon-Strategie und positioniert sich als Vollsortimenter und ein knappes weiteres Fünftel (17 Prozent) sind Multicategory-Anbieter. Der Großteil der Marktplätze ist jedoch auf bestimmte Kategorien und Warengruppen spezialisiert.

Plattformen für alle Branchen und Nischen

"Für nahezu jede Branche und jede Nische finden sich inzwischen zahlreiche mehr oder minder starke Wettbewerber", fasst Christian Driehaus von gominga zusammen. Er ist Co-Autor der Studie. "Hunderte B2C-Marktplätze in Deutschland und Europa machen es Newcomern nicht leicht, Marktanteile zu ergattern, und auch die Marktplatz-Seller stehen beim Management der unterschiedlichen Kanäle vor immer größeren Herausforderungen", gibt er zu bedenken.

Innerhalb der letzten Jahre habe die Marktplatz-Zulieferbranche Zehntausende von Arbeitsplätzen geschaffen. Milliardenumsätze machen die Branche ebenfalls für Milliarden-Investments interessant.

Den Prognosen der Autoren zufolge werden derzeitige Trends wie Live-Shopping und andere Entertainment-Formate weiterwachsen und Payment-Anbieter entwickeln sich zu Shopping-Portalen. Second Hand sei indes bei den meisten Marktplätzen bereits Standard.

300 B2B-Marktplätze

Auch der Bereich B2B gewinne immer mehr an Einfluss. "Innerhalb Europas gibt es im B2B-Segment bereits über 300 Online-Marktplätze", berichtet Studien-Co-Autor Ralph Hübner von ecom consulting. "Bis 2025 wird die Zahl auf deutlich über 1.000 B2B-Marktplätze explodieren - das ist nicht nur die Prognose der Experten, auch die großen Investoren setzen darauf", betont er. Die Experten erwarten in den kommenden zwei Jahren eine Konsolidierung auf dem Markt.

Weitere Ergebnisse der Studie stellen Oliver Lucas von ecom consulting und Christian Driehaus von gominga am ersten Tag der Marktplatz Convention 2022 als Keynote-Speaker ausführlich vor.

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