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Amazon 11.10.2016
Amazon 11.10.2016

Gerücht Amazon plant Mini-Supermärkte und Drive-In-Stationen für Fresh-Kunden

Es wäre eine Paukenschlag: Einem Medienbericht zufolge will Amazon lokale Supermärkte und Drive-In-Abholstationen für die Kunden seines Lebensmittel-Lieferdienstes Amazon Fresh bauen.

Langsam lässt es sich nicht mehr verleugnen: Amazon, der weltgrößte Onlinehändler und Totengräber so mancher innerstädtischen Shopping-Meile, drängt ins Offline-Geschäft. Der erste Amazon-Buchladen in Seattle läuft gut und wird wohl als Vorbild für weitere Stationärfilialen dienen. In den USA will der Online-Gigant 2017 über 100 Popup-Stores eröffnen. Außerdem wurde erst kürzlich bekannt, dass der Konzern in seiner Heimatstadt Seattle unter dem Codenamen "Project X" einen ersten eigenen stationären Supermarkt baut.

Und jetzt berichtet das "Wall Street Journal": Seattle ist kein Einzelfall. Tatsächlich will Amazon mehrere kleinere Lebensmittel-Läden ("Convenience Stores") nach dem Vorbild von Innenstadt-Discountern wie Aldi oder Lidl errichten. Dort sollen verderbliche Waren wie Milch, Fleisch und Fisch verkauft werden, die Kunden könnten aber auch Produkte mit längerer Haltbarkeit im Laden für eine spätere Lieferung nach Haus per Same-Day-Delivery bestellen, so der Bericht.

Zu dem Stationärkonzept, das bei Amazon angeblich unter dem Namen "Project Como" firmiert, gehören auch Drive-In-Stationen, die ausschließlich für Kunden des Lebensmittel-Lieferdienstes Amazon Fresh zugänglich sein werden. Die können dort vorab bestellte Waren abholen. Zu diesem Zweck entwickle Amazon eine Technik zur Erkennung von Nummernschildern, um Wartezeiten bei der Abholung zu verkürzen.

Amazon vs. Wal-Mart: Druck über die Fläche

Sollte der Bericht des üblicherweise gut informierten Wall Street Journals der Wahrheit entsprechen, dann scheint Amazon zu der Überzeugung gekommen sein, dass das weiterhin eher schwerfällige, von hohen Investitionen getriebene Frischwaren-Geschäft den Offline-Push durch eine Filialkette braucht.

Der US-Einzelhandelsriese und US-Lebensmittel-Marktführer Wal-Mart hat vor einem Jahr einen Click-and-Collect-Service eingeführt, der mittlerweile in über 100 Filialen genutzt werden kann. Amazon Fresh ist aktuell in acht US-amerikanischen Städten, weiten Teilen Kaliforniens sowie in London verfügbar. Der Deutschland-Start des Lieferdienstes wird noch in diesem Jahr erwartet.

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