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Payment 23.02.2022
Payment 23.02.2022

Einheitliches europaweites Payment-System European Payment Initiative (EPI): Dem PayPal-Konkurrenten droht das Aus

Silas Stein/dpa
Silas Stein/dpa

Ein europäisches Bezahlverfahren ohne europäische Abdeckung? Dem Projekt EPI sind weitere gewichtige Unterstützer abhandengekommen. Wie es nun weitergeht, ist offen.

Der Bankeninitiative EPI zum Aufbau eines einheitlichen europaweiten Bezahlsystems droht das Aus. Mit der endgültigen Absage der DZ Bank und damit der Volks- und Raiffeisenbanken setzt sich der Exodus der deutschen Unterstützer des seit 2020 betriebenen Prestigeprojekts fort.

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) sowie die DZ Bank als genossenschaftliches Spitzeninstitut bestätigten am Mittwoch entsprechende Medienberichte. Trotz harten Ringens "um den besten Lösungsansatz für eine nächste gemeinsame Etappe" sei "keine gemeinsame Basis gefunden" worden: "DZ Bank und BVR haben zum Abschluss der im Kreis der deutschen EPI-Stakeholder geführten Gespräche am Dienstag erklärt, dass auf der Basis des am 21. Februar 2022 hierzu zuletzt vorgelegten Vorschlags der EPI Interim Company eine Teilnahme der DZ Bank für die genossenschaftliche Finanzgruppe nicht möglich ist."

Konkurrenzangebot zu PayPal

Die European Payment Initiative (EPI) war 2020 von großen Euro-Banken unter anderem aus Deutschland, Frankreich und Spanien gegründet worden. Sie wollten ein einheitliches europaweites System aufbauen, das das Bezahlen per Karte und Smartphone abdeckt, um der Kundschaft ein Konkurrenzangebot zu mächtigen US-Konzernen wie Paypal zu machen.

An der EPI-Interimsgesellschaft hatten sich 31 Banken und 2 Zahlungsdienstleister beteiligt. Inzwischen haben sich jedoch viele Unterstützer abgewendet. In Deutschland stellten sich in jüngsten Aussagen nur noch die Deutsche Bank und die Sparkassen hinter das Projekt, die Commerzbank hatte schon im vergangenen Jahr ihren Rückzug verkündet.

Zuletzt hatte sich dann auch noch die Hoffnung der Branche in Deutschland zerschlagen, die auf rund 1,5 Milliarden Euro veranschlagten Kosten für den Aufbau des europäischen Zahlungssystems zum Teil über staatliche Fördergelder zu decken.

Breite Unterstützung nötig

"Die Sparkassen-Finanzgruppe hat von Beginn an die Idee einer europäischen Initiative für ein gemeinsames Zahlverfahren in Europa unterstützt. Wir stehen weiterhin zu dieser Zielsetzung", teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) nun mit. "Der Erfolg von EPI ist allerdings maßgeblich davon abhängig, dass es im deutschen Markt eine breite Unterstützung gibt."

Fest hinter dem Projekt stehen in Europa nach Angaben von Teilnehmern die Banken aus Frankreich, Belgien sowie die spanische Großbank Santander. Auch aus dem Handel gab es zuletzt zustimmende Äußerungen. "Wir haben für dieses Vorhaben bei Händlern, Kunden und Politik in Europa eine große Unterstützung gespürt", resümierte der DSGV. "Wenn EPI entgegen unserer Überzeugung nicht die Unterstützung anderer wichtiger Anbieter findet, wird die Sparkassen-Finanzgruppe ihren Kundinnen und Kunden andere innovative Angebote unterbreiten."

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