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Geld aus dem Smartphone-Mobile Payment
Payment 05.08.2015
Payment 05.08.2015

Kooperation mit Six Swisscom schließt sich Paymit an

shutterstock.com/Sergey Nivens
shutterstock.com/Sergey Nivens

Der Schweizer Telecom-Konzern Swisscom beerdigt sein Mobile-Payment-System Tapit und steigt bei Paymit, einer Lösung von Six und diversen Banken, ein. Das Ziel: Der Durchbruch für das mobile Bezahlen.

Nicht nur in Deutschland, auch in der Schweiz entwickelt sich Mobile Payment nur langsam. Nun hat einer der Player im Schweizer Markt eine Kehrtwende vollzogen: Der Telekommunikationskonzern Swisscom verabschiedet sich von seiner eigenen Mobile-Payment-Lösung namens Tapit. Sie soll im Sommer 2016 eingestellt werden.

Ein Grund ist die mangelnde Reichweite bei Kreditkartenunternehmen und auch bei den Verbrauchern. Trotz intensiver Bemühungen lag die Zahl der aktiven Nutzer und Kreditkartenanbieter bei Tapit klar unter den Erwartungen, ließ Swisscom verlauten. Die Rede ist von lediglich 10.000 Downloads der Bezahl-App im Google Play Store. Darin liegt auch eines der Probleme: In der Schweiz haben die Apple-Smartphones einen sehr hohen Marktanteil, für iPhones steht Tapit aber nicht zur Verfügung - weil Apple die NFC-Funktion in seinen Geräten noch nicht für Drittanbieter freigegeben hat. Auch die Banken hatten sich nicht sehr für Tapit interessiert. Die UBS hat ihr Engagement nach einer Testphase nicht verlängert.

Um dennoch am Mobile-Payment-Markt teilhaben zu können, hat sich Swisscom nun Paymit, einer Lösung des Zahlungsverkehrsdienstleisters Six, angeschlossen. Paymit ermöglicht bisher den Geldtransfer zwischen Verbrauchern via Smartphone, an der Ladenkasse kann damit noch nicht bezahlt werden. Dennoch wurde die App seit April knapp 90.000 mal heruntergeladen. Der Ausbau von Paymit zu einer Bezahllösung auch für den stationären Handel und für Online-Shops ist jedoch geplant. Allerdings äußern sich die Unternehmen nicht dazu, wann dies der Fall sein soll.

Derzeit haben sich etliche Banken an Paymit angeschlossen, darunter die USB, die Züricher, die Luzerner, die Genfer und die Waadtländische Kantonalbanken sowie die Raiffeisenbank. Prinzipiell steht die Lösung als offenes System allen Banken zur Verfügung. Swisscom soll nun vor allem den Anschluss kleinerer Banken sicherstellen. Zudem soll der Telecom-Konzern sich um die Integration von Bonusprogrammen und Rabattaktionen kümmern. Damit würde Paymit Funktionen einer digitalen Geldbörse erhalten. Erste Angebote sind für Frühjahr 2016 geplant.

29 Prozent der Deutschen sind offen für Mobile Payment, so eine Studie des Bitkom. Allerdings sind auch hierzulande Akzeptanzstellen noch Mangelware, ebenso eine Lösung mit großer Reichweite.

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